Der deutsche Leitindex startet am Mittwoch mit kleinen Gewinnen in den Handel und verteidigt die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten. Die eigentlichen Impulse kommen jedoch erst am Abend — und die haben es in sich.

Ein Tag voller Weichenstellungen

Gleich vier Schwergewichte aus der Tech-Welt legen nach US-Börsenschluss ihre Quartalszahlen vor: Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft. Unternehmen, die bislang als tragende Säulen des US-Aktienmarkts galten. Parallel dazu trifft die Fed ihre Zinsentscheidung — voraussichtlich zum dritten Mal in Folge ohne Änderung. Spannend bleibt dennoch, was Fed-Chef Jerome Powell in seiner wohl letzten Pressekonferenz als Notenbankchef über Inflation und Konjunkturaussichten mitteilen wird.

Gebremst wird die Kauflaune derweil vom Iran-Krieg. Die Straße von Hormus bleibt gesperrt, der Ölpreis hält sich hartnäckig auf erhöhtem Niveau — Brent notiert bei rund 112 Dollar je Barrel. Das drückt auf die Wachstumserwartungen und hält viele Investoren zurück.

Technisch auf der Kippe

Charttechnisch zeigt der DAX ein gemischtes Bild. Seit dem lokalen Tief Ende März hat der Index eine Aufwärtstrendstruktur aufgebaut, gestützt durch die gleitenden Durchschnitte der letzten 20 und 50 Handelstage. Der 200-Tage-Durchschnitt sendet allerdings noch ein Verkaufssignal — ein Widerspruch, der die aktuelle Unsicherheit gut widerspiegelt.

Die erste ernsthafte Hürde nach oben liegt bei 24.159 Punkten, danach rückt die Zone um 25.184 Punkte ins Blickfeld, wo zugleich eine offene Kurslücke aus dem Februar wartet. Vom Allzeithoch bei 25.507 Punkten, das der Index am 13. Januar markiert hatte, ist der DAX damit noch ein gutes Stück entfernt.

Auch in Deutschland läuft die Berichtssaison auf Hochtouren: Deutsche Bank, Mercedes-Benz und Adidas präsentieren heute ihre Quartalszahlen. Morgen dann EZB und Bank of England — die Notenbank-Woche hat ihren Höhepunkt noch vor sich.