26.106 Punkte, ein hauchdünnes Minus von 0,12 Prozent – der DAX tritt an diesem Dienstag auf der Stelle. Kein Wunder, dass Anleger zurückhaltend bleiben: Diese Woche hält gleich drei Termine bereit, die über die Richtung entscheiden könnten.

Drei Termine bestimmen die Woche

Am Mittwoch legt Nvidia nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen vor. Der Ausblick des KI-Chipkonzerns gilt als Gradmesser dafür, ob die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur weiterhin durch reale Nachfrage gedeckt sind. Schon am Montag hatten sich Anleger vorsichtshalber von Technologiewerten getrennt – der Nasdaq 100 verlor in New York knapp ein Prozent, während Standardwerte im Dow Jones moderat zulegten.

Am Freitag folgt der nächste Prüfstein: Fed-Chef Kevin Warsh spricht beim Notenbankertreffen in Jackson Hole. Ob er eine geldpolitische Grundsatzrede hält oder sich auf die traditionelle Linie beschränkt, dürfte die Markterwartungen zu künftigen Zinsschritten neu justieren. Dazwischen liegen an diesem Dienstag noch der deutsche Ifo-Index sowie in den USA wichtige Preisdaten.

Geopolitik bleibt im Hintergrund präsent

Der Konflikt um den Iran wirkt derweil eher als Belastungsfaktor im Hintergrund denn als akuter Kurstreiber. Die USA hatten am Vorabend einen Kurswechsel hin zu einem „Wirtschaftskrieg“ signalisiert, der Teheran von der Weltwirtschaft isolieren soll. Die Commerzbank sieht die entscheidende Frage darin, wie konsequent Washington dabei Sekundärsanktionen gegen wichtige Handelspartner des Iran – allen voran China – durchsetzt.

Spürbar wird die Lage vor allem über den Energiemarkt: Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Gaspreise in Europa nach oben. Deutsche-Bank-Stratege Ulrich Stephan warnt, steigende Energiekosten könnten die Margen energieintensiver Branchen belasten und die Wahrscheinlichkeit einer restriktiveren EZB-Politik erhöhen.

Charttechnisch bleibt der Index in Reichweite seiner Rekordmarken. Erst am 12. August hatte der DAX bei 26.573 Punkten ein neues Intraday-Allzeithoch markiert, tags darauf folgte mit 26.440 Punkten ein Rekord auf Schlusskursbasis. Bis Mittwochabend dürfte sich an der vorsichtigen Grundhaltung wenig ändern – die Richtung gibt dann Nvidia vor.