Während die Aktie von DeFi Technologies auf ein neues 12-Monats-Tief zusteuert, kaufen Trader plötzlich massiv Call-Optionen. Ein Widerspruch, der aufhorchen lässt: Am Freitag wechselten 4.365 Call-Optionen den Besitzer — rund 209 Prozent mehr als im Tagesdurchschnitt üblich. Der Auslöser: überraschend solide Quartalszahlen.

Das kanadische Fintech-Unternehmen meldete für das erste Quartal einen Gewinn von 0,01 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem Verlust von 0,01 Dollar gerechnet. Der Umsatz lag bei 11,19 Millionen US-Dollar und übertraf die Erwartungen von 10,68 Millionen ebenfalls.

Kurs bricht trotz guter Zahlen weiter ein

Die positive Überraschung bei den Geschäftszahlen zeigt sich im Aktienkurs bislang nicht. Das Papier schloss am Freitag bei 0,3778 Euro, ein Plus von gerade einmal 1,02 Prozent. Zuvor markierte die Aktie mit 0,3532 Euro ein neues 12-Monats-Tief.

Der Blick auf die längeren Zeiträume zeigt das Ausmaß des Abwärtstrends. Binnen 30 Tagen verlor das Papier fast 27 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Minus bei knapp 42 Prozent. Verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 2,83 Euro vom Juli vergangenen Jahres bedeutet der aktuelle Kurs einen Absturz von über 86 Prozent.

Der RSI-Wert von 30,3 signalisiert eine überverkaufte Aktie. Genau das könnte einen Teil der Optionskäufe erklären — manche Trader wetten offenbar auf eine technische Gegenbewegung, nicht zwingend auf eine fundamentale Wende.

Analysten bleiben trotz Kursverfalls konstruktiv

Trotz des massiven Kursrückgangs fällt das Analystenbild vergleichsweise positiv aus. Mehrere Häuser vergeben „Buy“-Einstufungen, eine weitere Bank stuft die Aktie mit „Hold“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,00 US-Dollar — deutlich über dem aktuellen Niveau.

Auch bei institutionellen Investoren zeigt sich Bewegung. Marex Group erhöhte seine Beteiligung im vierten Quartal spürbar, Aristides Capital stieg im selben Zeitraum neu ein.

Anfang Juli gab es zudem eine Weichenstellung in eigener Sache: Am 7. Juli stimmten die Aktionäre auf der Hauptversammlung mit 73,271 Prozent für eine Aktienzusammenlegung. Das Unternehmen begründet den Schritt mit Anforderungen für den Verbleib an der Nasdaq-Börse. Finanziell steht DeFi Technologies dabei nicht schlecht da: Zum 31. März verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von 103,5 Millionen US-Dollar.

Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursverfall bleibt das zentrale Rätsel dieser Aktie. Solange der Markt trotz besserer Zahlen und robuster Bilanz weiter verkauft, dürfte die ungewöhnliche Optionsaktivität ein Signal für Anleger bleiben, die auf eine Bodenbildung setzen.