Ein Verlust von 86 Prozent binnen zwölf Monaten, ein neues Rekordtief zum Wochenschluss und ein von Aktionären bereits genehmigtes Notfall-Instrument: DeFi Technologies steckt tief in der Krise. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,3424 Euro, ein Minus von 2,39 Prozent auf Tagesbasis. Damit rutschte der Titel auf ein neues 52-Wochen-Tief.
Besonders brisant: Aktionäre haben dem Verwaltungsrat bereits die Tür für einen Reverse Split geöffnet. Das Timing wirkt kaum zufällig.
Technische Indikatoren zeigen extreme Überverkauft-Situation
Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf 14-Tage-Basis ist auf 25,1 gefallen. Werte unter 30 gelten als überverkauft und deuten oft auf eine bevorstehende technische Gegenbewegung hin. Die Kennzahl allein reicht aber nicht, um den Abwärtstrend zu stoppen.
Der Kurs liegt nun 54,56 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,7535 Euro. Diese Distanz zeigt: Der Absturz ist kein kurzfristiges Rauschen, sondern eine langfristige Trendumkehr. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 47,24 Prozent ihres Wertes verloren.
Aktionäre genehmigen Kapitalmaßnahme als Absicherung
Die aktuelle Kursschwäche folgt auf eine Hauptversammlung Anfang Juli. Laut offizieller Mitteilung vom 7. Juli 2026 haben die Aktionäre dem Verwaltungsrat die Befugnis erteilt, eine Aktienzusammenlegung durchzuführen. Verhältnis und Zeitpunkt stehen noch nicht fest.
Der Mechanismus soll helfen, Mindestkursanforderungen der Börsenlistings zu erfüllen. Sinkt der Kurs weiter, könnte ein Reverse Split das Instrument der Wahl werden, um den Listing-Status zu sichern.
Parallel dazu billigten die Aktionäre eine neue „Advance Notice“-Satzung und wählten einen sechsköpfigen Verwaltungsrat. Zu den neuen Mitgliedern zählen Johan Wattenstrom und Silvia Andriotto. Diese Governance-Änderungen fallen in eine Phase, in der das Unternehmen versucht, institutionelles Kapital mit dezentraler Finanzwelt zu verbinden – in einem schwierigen Marktumfeld.
Bitcoin-Bestand unter Druck
DeFi Technologies bleibt stark von der Entwicklung großer Kryptowährungen abhängig. Das Unternehmen hält rund 2.596,96 Bitcoin, mit durchschnittlichen Anschaffungskosten von etwa 86.130 Dollar je Coin. Diese Position weist derzeit eine negative Rendite von rund 24,45 Prozent auf.
Die Bewertung dieser Bestände bestimmt maßgeblich die Anlegerstimmung. Hinzu kommt die Tochtergesellschaft Valour, die kürzlich neue Krypto-ETPs an der Londoner Börse und in nordischen Märkten eingeführt hat – ein Wachstumsfeld, das die Krypto-Abhängigkeit des Konzerns aber nicht auflöst.
Entscheidende Woche mit Zahlen-Countdown
Zum Wochenstart richten Investoren den Blick auf zwei Faktoren. Über 75 Prozent der Unternehmensbewertung hängen direkt an den Kursen von Bitcoin und Ethereum. Jede größere Bewegung am Wochenende dürfte die Stimmung zum Wochenauftakt prägen.
Parallel läuft die Vorbereitung auf die Quartalszahlen. Analysten erwarten den Bericht für das zweite Quartal 2026 um den 13. oder 17. August. Das erste Quartal hatte bereits 11,2 Millionen Dollar Umsatz und 4,9 Millionen Dollar Nettogewinn gezeigt – Zahlen, die zeigen müssen, ob das operative Geschäft die Krypto-Volatilität kompensieren kann.
Der überverkaufte RSI-Wert lässt eine kurzfristige Erholung möglich erscheinen. Der langfristige Abwärtstrend bleibt davon unberührt. Ob die 0,3408 Euro aus dem Freitagshandel als Boden halten oder der genehmigte Reverse Split tatsächlich zum Einsatz kommt, entscheidet sich in den kommenden Wochen.
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