Gestern reichte DeFi Technologies einen Antrag auf eine zusätzliche 180-tägige Fristverlängerung bei der US-Börse Nasdaq ein. Das Unternehmen bemüht sich damit, die formalen Anforderungen für einen Verbleib im Börsensegment zu erfüllen, nachdem die ursprüngliche Compliance-Periode am gestrigen Dienstag abgelaufen war. Das Management gab sich optimistisch, dass die Genehmigung erteilt wird, um den notwendigen Mindestkurs von einem US-Dollar wiederherzustellen.
Fristverlängerung und Compliance-Druck
Um die Notierung an der Nasdaq dauerhaft zu sichern, muss die Aktie des Unternehmens an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen einen Schlusskurs von über 1,00 US-Dollar erreichen. Die aktuelle Kursentwicklung zeigt jedoch eine deutliche Lücke zu dieser Marke. Aktuell notiert das Papier bei 0,5545 €, was trotz einer Erholung von 37% innerhalb der letzten 30 Tage noch immer ein Minus von -15% seit Jahresbeginn bedeutet.
Sollte die Nasdaq dem Antrag auf eine zweite 180-Tage-Frist stattgeben, hätte DeFi Technologies bis Anfang des kommenden Jahres Zeit, die Kursvorgaben zu erfüllen.
Ein dauerhaftes Listing an der Technologiebörse gilt als wesentlicher Faktor für die Liquidität und die Attraktivität des Wertpapiers für institutionelle Investoren. Das Unternehmen betonte, dass es die Kriterien für eine solche Verlängerung erfülle, eine endgültige Bestätigung der Börsenaufsicht steht jedoch noch aus.
Quartalsverlust durch Portfolio-Abschreibungen
Die fundamentale Lage wurde zuletzt durch die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 belastet, die das Unternehmen vor gut drei Wochen vorstellte. Der Gesamtumsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 13,1 Millionen auf 7,8 Millionen US-Dollar zurück. Zudem wies DeFi Technologies für das am 30. Juni beendete Quartal einen operativen Verlust von 2,3 Millionen US-Dollar aus.
Besonders schwer wogen negative Mark-to-Market-Anpassungen im Venture-Portfolio in Höhe von 16,3 Millionen US-Dollar. Ein Großteil dieser Abschreibungen resultierte aus einer Neubewertung der Beteiligung an der AMINA Bank, die unter gesunkenen verwalteten Vermögenswerten litt.
Dennoch verwies das Management auf eine solide Liquiditätsposition: Zum Quartalsende verfügte das Haus über liquide Mittel und Stablecoins im Gesamtwert von etwa 70,7 Millionen US-Dollar bei einer Bilanzsumme von rund 135 Millionen US-Dollar.
Neue Fonds-Produkte in der Pipeline
Aufgrund der operativen Entwicklung passten Analysten Mitte August ihre Erwartungen an. Das Analysehaus Benchmark senkte am 18. August das Kursziel für DeFi Technologies von 2,00 auf 1,00 US-Dollar, hielt jedoch an der Kaufempfehlung fest. Bereits am 17. August reduzierte B. Riley das Kursziel von 90 Cent auf 62 Cent, um dem erhöhten Bewertungsdruck Rechnung zu tragen.
Hoffnung setzt das Unternehmen nun auf den geplanten Start des Smart Crypto Fund innerhalb des laufenden dritten Quartals. Nach Angaben des Managements sind keine wesentlichen regulatorischen Hindernisse mehr für diesen Hedgefonds vorhanden. Dies soll die Ertragsbasis der Tochtergesellschaft Valour ergänzen, die im zweiten Quartal Managementgebühren und Staking-Einnahmen von 3,0 Millionen US-Dollar generierte. Parallel dazu leistete Stillman Digital mit Handelseinnahmen in Höhe von 2,5 Millionen US-Dollar einen Beitrag zum Kernumsatz.
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