DeFi Technologies schreibt schwarze Zahlen. Die Tochtergesellschaft Valour verwaltet ein Rekordvermögen. An der Börse spiegelt sich dieser Erfolg jedoch nicht wider. Im Gegenteil. Die Aktie ist massiv abgestürzt und kämpft nun um den Verbleib an der Nasdaq.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete das Unternehmen 11,2 Millionen US-Dollar Umsatz. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 4,9 Millionen US-Dollar. Das Management sprach von einem Bärenmarkt-Tiefpunkt für den Krypto-Sektor. Dennoch lieferte die Firma ab.

Die Bilanz wirkt robust. Ende März lagen die liquiden Mittel und Krypto-Reserven bei rund 156 Millionen US-Dollar. Die Vermögensverwaltung Valour betreut mittlerweile über 550 Millionen US-Dollar in digitalen Anlageprodukten. Die Gebühreneinnahmen stiegen deutlich.

An der Börse herrscht derweil Panik. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,48 Euro. Das entspricht einem Verlust von fast 80 Prozent im vergangenen Jahr. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,98 Euro ist das Papier meilenweit entfernt.

Fokus auf institutionelle Gelder

Das Management steuert nun massiv gegen. DeFi Technologies richtet den Fokus verstärkt auf institutionelles Kapital. Im Juni startete eine neue Kapitalmarkt-Reihe in der kanadischen Botschaft in London. Ziel ist die globale Vermarktung von Investmentprodukten und Prime-Brokerage-Diensten.

Parallel dazu läuft eine Partnerschaft mit dem Digital Monetary Institute von OMFIF. Der hauseigene Index dient nun als Datenquelle für Zentralbanken und Vermögensverwalter. Die Firma entwickelt außerdem neue Fondsstrukturen nach europäischem UCITS-Standard. Diese sollen professionelle Investoren anlocken.

Analysten bewerten diesen Umbau positiv. Elf Experten raten im Schnitt zum Kauf. Sie sehen die institutionelle Ausrichtung als langfristigen Werttreiber. Allerdings haben sie ihre Kursziele zuletzt deutlich gesenkt. Das durchschnittliche Ziel liegt nun bei 1,57 US-Dollar.

Leerverkäufer und Nasdaq-Frist

Die tiefe Kluft zwischen operativer Stärke und Aktienkurs lockt Spekulanten an. Die Short-Positionen sind im Jahresvergleich um mehr als 600 Prozent explodiert. Leerverkäufer wetten massiv auf einen weiteren Absturz.

Die größte Gefahr droht jedoch von der Börse selbst. Im März rügte die Nasdaq das Unternehmen. Der Aktienkurs notierte zu lange unter der Marke von einem US-Dollar. Bis zum 1. September muss der Kurs für mindestens zehn aufeinanderfolgende Handelstage über diese Schwelle steigen.

Andernfalls droht das Delisting. Um diesen Rauswurf abzuwenden, greift der Vorstand zum äußersten Mittel. Ende Juni stimmen die Aktionäre über einen Reverse Split ab. Eine Aktienzusammenlegung würde den Kurs künstlich über die kritische Marke heben.

Diese Abstimmung wird den kurzfristigen Weg vorgeben. Lehnt die Hauptversammlung den Vorschlag ab, schwinden die Optionen rapide. Ein positives Votum verschafft dem Management hingegen die nötige Luft. Dann muss die institutionelle Strategie beweisen, dass sie den Aktienkurs nachhaltig stützen kann.