Während Analysten ihre Kursziele drastisch zusammenstreichen, bewegen sich große Vermögensverwalter in die entgegengesetzte Richtung. Aktuelle Daten zeigen, dass namhafte Hedgefonds ihre Positionen bei DeFi Technologies massiv ausbauen. Dieser Kontrast zwischen institutionellem Kaufinteresse und schrumpfenden verwalteten Vermögen prägt derzeit das Bild des Finanztechnologie-Anbieters.

Massive Zukäufe der Profis

Verschiedene Schwergewichte der Finanzbranche haben zuletzt ihre Anteile deutlich aufgestockt oder neue Positionen eröffnet:

  • Marshall Wace LLP: Aufstockung um 128 Prozent auf rund 4,38 Millionen Aktien
  • Charles Schwab Investment Management: Positionsausbau um über 416 Prozent
  • Millennium Management LLC: Verdopplung der bestehenden Anteile
  • Brevan Howard & Cable Car Capital: Neueinstiege im Wert von 5,27 beziehungsweise 10,87 Millionen US-Dollar

Diese Umschichtungen deuten auf ein wachsendes institutionelles Interesse hin, obwohl das Papier auf Jahressicht rund 67 Prozent an Wert eingebüßt hat und am vergangenen Freitag bei 0,61 Euro aus dem Handel ging.

Rekordgewinn trifft auf Kapitalschwund

Die Diskrepanz in der Marktwahrnehmung lässt sich durch einen Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen erklären. Für das Gesamtjahr 2025 meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 99,1 Millionen US-Dollar sowie einen Nettogewinn von 62,7 Millionen US-Dollar. Dies markiert eine fundamentale Wende gegenüber den Verlusten des Vorjahres.

Gleichzeitig bereitet das verwaltete Vermögen (Assets Under Management, AUM) Sorgen. Bis Anfang April 2026 schrumpfte dieser Wert auf 445 Millionen US-Dollar zusammen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 871 Millionen US-Dollar zu Beginn des Jahres 2025. Dieser Kapitalschwund veranlasste die Analysten von H.C. Wainwright dazu, ihr Kursziel von 5,50 auf 2,00 US-Dollar zu senken, obgleich sie ihre Kaufempfehlung beibehielten.

Expansion abseits der Krypto-Preise

Um der Abhängigkeit von reinen Krypto-Kursentwicklungen entgegenzuwirken, forciert das Management den Ausbau der institutionellen Infrastruktur. Die Tochtergesellschaft Valour treibt mit neuem Führungspersonal die Expansion in europäischen Märkten voran. Parallel dazu öffnet sich das Unternehmen über brasilianische Hinterlegungsscheine (BDRs) für den lateinamerikanischen Raum.

Zudem lieferte der institutionelle Handelsarm Stillman Digital im ersten Jahr nach der Übernahme einen Umsatzbeitrag von 9,6 Millionen US-Dollar. Dieses Segment profitiert primär von der allgemeinen Handelsvolatilität und weniger von steigenden Kryptopreisen. Die nächsten konkreten fundamentalen Impulse zur Bewertung dieser Strategie liefert das Unternehmen mit der Vorlage der Quartalszahlen im Mai 2026.