Dell Technologies treibt sein Geschäft gleich an zwei Fronten voran. Der Technologiekonzern placierte kürzlich neue Anleihen über drei Milliarden Dollar — und das zu deutlich besseren Konditionen als zunächst erwartet. Grund dafür war die rege Nachfrage der Investoren, wie Finanzmarktberichte aus dieser Woche zeigen.

Dreifach-Tranche mit Spitzenbewertung

Die Anleiheemission gliedert sich in drei Tranchen mit einer Laufzeit von fünf, sieben und zehn Jahren. Die Spreads schrumpften gegenüber den ursprünglichen Konditionen deutlich — ein Zeichen des starken Interesses. Fitch Ratings bewertet die Papiere mit „BBB+“. Der Erlös fließt in allgemeine Unternehmenszwecke und die Tilgung bestehender Schulden, die in diesem Jahr fällig werden. Möglich macht den Markterfolg die solide Finanzlage: Der freie Cashflow des Unternehmens übersteigt zehn Milliarden Dollar.

Parallel zur Anleiheemission kam es zu bemerkenswerten Insider-Transaktionen. Silver Lake und Direktor Egon Durban verkauften Dell-Aktien der Klasse C. Dafür wandelten sie zunächst Anteile der Klasse B um. Trotz dieser Verkäufe bleibt die Strategie des Unternehmens klar: Die KI-Infrastruktur-Sparte wird weiter ausgebaut.

Der KI-Server-Bereich entwickelt sich zum Zugpferd. Im jüngsten Quartal erzielte Dell mit KI-Servern Erlöse von 16,1 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 757 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Management hob daraufhin das Jahresziel auf 60 Milliarden Dollar an.

Die Aktie notiert aktuell bei 339,50 Euro. Seit Jahresbeginn entspricht das einem Plus von 211 Prozent. Vom Rekordhoch bei 416,10 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde, ist der Kurs allerdings 18 Prozent entfernt. Der RSI von 64,9 deutet auf eine neutrale bis leicht positive Dynamik hin.

Das Unternehmen steckt in einem Spannungsfeld. Einerseits fließen über 80 Prozent des freien Cashflows in Aktionärsrückgaben. Andererseits erfordert das KI-Server-Geschäft enorme Investitionen. Die neue Anleihe ist ein Instrument, um beides zu stemmen. Der Markt scheint das bisher mitzutragen — ob die Mischung aus Schuldenaufnahme und Insider-Verkäufen langfristig überzeugt, ist offen.