Die Nachfrage nach Inferenz-Rechenleistung rückt als nächster Wachstumstreiber für Dell Technologies in den Mittelpunkt der Analystenbewertungen. Nachdem der Hardwarehersteller vor rund einem Monat seine Prognosen angehoben hatte, trauen Marktbeobachter dem Konzern weitere Schübe im Servergeschäft zu. Im deutschen Handel notiert das Papier heute mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent bei 478,85 Euro.

Gestern bekräftigte das Analysehaus Susquehanna seine Einstufung „Positive“ für die Aktie und setzte ein Kursziel von 700 US-Dollar fest. Analyst Mehdi Hosseini verweist darauf, dass der Ausbau von KI-Inferenz neben Beschleunigern auch traditionelle Rechenkapazitäten massiv anfordert. Der Erlös mit traditionellen Servern soll sich im Geschäftsjahr 2027 verdoppeln und bis zum Geschäftsjahr 2029 mit zweistelligen Jahresraten wachsen.

Solider Auftragsbestand stützt die Aussichten

Auch TD Cowen passte gestern das Kursziel nach oben an und hob die Messlatte von 500 auf 550 US-Dollar an, beließ die Einstufung jedoch auf „Hold“. Analyst Krish Sankar begründete den Schritt mit dem Auftragsbestand für KI-Server von 95 Milliarden US-Dollar. Dieser Bestand gilt zum Großteil als nicht stornierbar und verschafft dem Konzern erhebliche Planungssicherheit.

Die hohe Visibilität bei den Aufträgen stützt die Erwartungen professioneller Investoren, die verstärkt auf die tatsächliche Nutzung der KI-Infrastruktur blicken. Vor allem spezialisierte Cloud-Anbieter und Großunternehmen rüsten derzeit ihre Rechenzentren um, um KI-Modelle im laufenden Betrieb anzuwenden. Dell profitiert hierbei von seiner etablierten Rolle als Ausrüster kompletter Rechenzentrumslösungen.

Produktoffensive vom Arbeitsplatz bis zum Rechenzentrum

Parallel zum Infrastrukturgeschäft treibt Dell die Erneuerung der Arbeitsplatzsysteme voran. Gestern stellte das Unternehmen das XPS Googlebook ab einem Startpreis von 999 US-Dollar vor, das speziell auf Googles Gemini Intelligence ausgelegt ist. Am heutigen Mittwoch präsentierte der Konzern zudem auf einer Konferenz in Indien neue Arbeitsplatzsysteme der Reihen Dell Pro sowie Dell Pro Precision Workstations.

Trotz des soliden Auftragsbestands verweisen Marktteilnehmer auf potenzielle Engpässe bei Speicherkomponenten sowie kurzfristigen Gegenwind in der PC-Sparte. Anleger blicken nach den jüngsten Geschäftserfolgen dennoch zuversichtlich auf das Unternehmen: Seit Jahresanfang verzeichnet die Dell-Aktie einen Kursanstieg von 343 Prozent.