Vom 15-Jahres-Hoch zurück an die Unterstützung: Die Deutsche Bank hat in rund vier Wochen fast 15 Prozent verloren. Zuletzt notierte die Aktie knapp über 31 Euro. Jetzt rückt die letzte große Haltelinie im Chart in den Blick.

Vom Hoch bei 35,84 Euro nach unten

Im September erreichte der Kurs 35,84 Euro, so viel wie seit über 15 Jahren nicht. Der Weg Richtung 40 Euro schien frei. Dann kippte die Stimmung, Gewinnmitnahmen setzten ein, und steigende Anleiherenditen belasten zusätzlich.

Charttechnisch hat sich das Bild eingetrübt. Die 50-Tage-Linie bei 33,14 Euro ist gerissen, auch die 100-Tage-Linie wurde unterschritten. Nur der 200-Tage-Durchschnitt hielt bislang, der Abstand dazu ist allerdings gering. Der Momentum-Trend zeigt weiter nach unten.

Fällt die 200-Tage-Linie, rückt der Bereich zwischen 29,50 und 30 Euro in den Blick. Dort verläuft auch der Aufwärtstrend. Ein Sprung zurück über die 50-Tage-Linie wäre dagegen ein erstes Entspannungssignal.

Rückkauf abgeschlossen, neue Themen in Sicht

Fundamental gibt es Stützen. Die Bank hat ihr Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen: Zwischen dem 25. August und dem 25. September erwarb sie gut 15 Millionen eigene Aktien, das entspricht 0,8 Prozent des Grundkapitals. Der Durchschnittspreis lag bei 33,19 Euro, das Volumen bei 500 Millionen Euro. Ein weiteres Programm soll folgen.

Hinzu kommen strategische Projekte. Die Bank prüft Marktberichten zufolge einen Risikotransfer für Kredite über rund 2 Milliarden US-Dollar, der Kapital freisetzen könnte. Außerdem will sie beim neuen Altersvorsorgedepot mitmischen, das 2027 startet.

Im KI-Umfeld führte sie die Fremdfinanzierung für den Rechenzentrumsentwickler 5C an, seit 2025 flossen dort über 1,4 Milliarden US-Dollar. 5C denkt über einen Börsengang nach. Einen bezifferbaren Ertrag bringt das der Bank vorerst nicht.

Konzernchef Christian Sewing warnt derweil, Wahlerfolge extremer Parteien könnten Investoren abschrecken.

Bewertung moderat, Analysten optimistisch

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 9 bis 10, die Dividendenrendite bei rund 3 Prozent. Drei Analysten votierten im September für den Kauf, ihre Kursziele liegen im Schnitt bei knapp 42 Euro.

Entscheidend ist nun die Marke von 30 Euro: Ein Wochenschluss darunter würde den 200-Tage-Durchschnitt klar brechen und den Weg in die Zone um 29,50 Euro öffnen. Eine Erholung über 32 Euro träfe dagegen zunächst auf die 50-Tage-Linie bei 33,14 Euro.