Die Deutsche Bank unterstützt die Finanzierung des Kondinin-Windparks der Foresight Group in Westaustralien. Wie die Bank gestern mitteilte, hat das Finanzierungspaket den Finanzierungsabschluss erreicht. Damit steht eine konkrete Projektfinanzierung im Mittelpunkt der jüngsten Nachrichten. Für Anleger bleibt daneben der vorsichtige Ertragsausblick der Investmentbank wichtig.

Finanzierung für die erste Bauphase

Das Paket umfasst AUD 430 Mio. und betrifft die erste Bauphase des Windparks. Das Projekt soll rund 130 MW Erzeugungskapazität ermöglichen. Die Deutsche Bank ist dabei als Initialfinanzierer und als Anbieter von Absicherungsgeschäften tätig.

Die Rolle der Bank reicht damit über die Finanzierung hinaus: Sie übernimmt auch Aufgaben bei der Absicherung. Die genannte Finanzierungssumme bezieht sich auf das Gesamtpaket für das Projekt, nicht auf einen ausdrücklich bezifferten Einzelbeitrag der Deutschen Bank.

Für die Einordnung ist der Projektstatus entscheidend. Bestätigt ist der Finanzierungsabschluss für die erste Bauphase. Die vorgesehene Erzeugungskapazität beschreibt dagegen das Ziel des Projekts und keine bereits gemeldete Stromproduktion. Die Nachricht betrifft somit einen abgeschlossenen Finanzierungsschritt für ein geplantes Energievorhaben.

Neue Regeln für Lieferantenbewertungen

Parallel dazu änderte die Deutsche Bank gestern ihren Umgang mit ESG-Bewertungen von Lieferanten. Sie beendet die formale Pflicht, einen bestimmten Bewertungsschwellenwert zu erfüllen.

Ein gutes ESG-Rating eines anerkannten Anbieters bleibt nach Angaben der Bank jedoch ein wichtiges Kriterium für die Zusammenarbeit und die Beschaffung. Die Änderung bedeutet daher nicht, dass Nachhaltigkeitsbewertungen aus der Lieferantenauswahl verschwinden. Die Bank unterscheidet künftig zwischen einer verbindlichen Schwelle und einem weiterhin relevanten Auswahlkriterium.

Beide Meldungen betreffen unterschiedliche Bereiche: Die Windpark-Nachricht beschreibt ein Finanzierungsgeschäft, die Lieferantenmeldung eine Änderung der Beschaffungspraxis. Aus ihnen ergibt sich keine neue Aussage zur Ertragsprognose des Konzerns.

Ertragsausblick bleibt der nächste Prüfstein

Für die Ergebnisentwicklung bleibt deshalb das am 30. September veröffentlichte Quartalsupdate maßgeblich. Die Deutsche Bank erwartete für das dritte Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr insgesamt unveränderte bis leicht niedrigere Investmentbank-Erträge. Für das Gesamtjahr 2026 bekräftigte sie zugleich Konzernumsätze von rund 33 Mrd. Euro.

Medienberichten zufolge belastete dieser vorsichtige Ausblick am Mittwoch die Aktie. Hinzu kam ein breiter Abverkauf europäischer Bankaktien bei steigenden Anleiherenditen, höheren Ölpreisen und Inflationssorgen.

Am 28. Oktober legt die Deutsche Bank ihre Quartalsergebnisse vor und veranstaltet eine Analystenkonferenz. Dann lässt sich prüfen, wie sich die angekündigte Ertragsentwicklung im tatsächlichen Ergebnis niederschlägt. Die australische Projektfinanzierung ist eine konkrete Geschäftsmeldung; den vorsichtigen Investmentbank-Ausblick ersetzt sie nicht.