Goldman Sachs setzt bei der Deutschen Bank auf weitere Kursgewinne. Das Analysehaus erhöht heute das Kursziel von 44,25 auf 47,75 Euro und bestätigt seine Kaufempfehlung. Dahinter stehen angepasste Schätzungen nach dem Quartalsbericht sowie die Erwartung stärkerer Erträge und einer höheren Kosteneffizienz.
Erträge und Kosten stützen die Bewertung
Analyst Chris Hallam zufolge schnitt die Deutsche Bank bei Erträgen und Kosten besser ab als erwartet. Seine zugrunde liegende Studie erschien gestern. Das neue Kursziel gilt für einen Zeitraum von zwölf Monaten und ist eine Prognose des Analysehauses.
Die vor gut einer Woche veröffentlichten Quartalszahlen liefern damit den Hintergrund für die höhere Bewertung. Entscheidend ist Hallams positive Einschätzung beider Seiten der Ergebnisrechnung: Nicht allein die Ertragsentwicklung überzeugte ihn. Auch die Kosten fielen aus seiner Sicht günstiger aus als erwartet.
Bereits am Montag hatte Goldman Sachs die Deutsche Bank anstelle von HSBC in seine europäische Favoritenliste aufgenommen. Das höhere Kursziel ergänzt somit eine schon zuvor besonders positive Positionierung des Analysehauses.
Goldman erwartet stärkere Erträge im Firmenkunden- und Privatkundengeschäft sowie im Investmentbanking. Hinzu kommen die Aussicht auf höhere Kosteneffizienz und mögliche größere Aktienrückkäufe. Letztere sind Bestandteil der Analystenerwartung und keine Ankündigung eines zusätzlichen Rückkaufprogramms durch die Deutsche Bank.
Die Begründung reicht damit über ein einzelnes Geschäftsfeld hinaus. Für Anleger verbindet sie die Aussicht auf operatives Wachstum mit möglichen zusätzlichen Kapitalrückflüssen. Ob sich diese Erwartungen erfüllen, hängt von der weiteren Ertrags- und Kostenentwicklung ab.
Branchenrally verstärkt den Rückenwind
Die positive Analystenstimme trifft heute auf einen freundlichen Handel für europäische Banken. Die Deutsche-Bank-Aktie gewinnt 7,8% auf 32,78 € und profitiert damit zugleich von unternehmensbezogenem und branchenweitem Rückenwind.
Die Kursreaktion lässt sich deshalb nicht allein der höheren Goldman-Bewertung zuordnen. Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gehören Bankaktien europaweit zu den gefragten Werten.
Laut Reuters erwarten Anleger nach dem Wahlausgang weniger US-Auflagen für europäische Banken. Börsianer verweisen außerdem auf Umschichtungen aus Technologie- und US-Anlagen in europäische Finanzwerte.
Für die Deutsche Bank bleibt die konkrete neue Bewertungsmarke dennoch das Goldman-Kursziel. Die Kaufempfehlung stützt sich auf erwartete operative Verbesserungen und mögliche höhere Rückkäufe. Der politische Rückenwind verstärkt diese positive Einschätzung am Markt, ersetzt aber nicht ihre unternehmerischen Voraussetzungen.
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