Die Analysten von Goldman Sachs haben die Aktie der Deutschen Bank am 2. September von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel deutlich von 37,00 auf 43,75 Euro angehoben. Experten erwarten eine neue Ära der Profitabilität, die maßgeblich durch strikte Kostenkontrolle und steigende Zinserträge getrieben wird. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnet das Papier bereits ein Plus von 6,5 Prozent.

Optimismus bei führenden Analysehäusern

Neben Goldman Sachs signalisiert auch JPMorgan Zuversicht für das größte deutsche Geldhaus. Die Analysten bestätigten am gestrigen Dienstag ihre „Overweight“-Einstufung und setzen ein Kursziel von 41,00 Euro fest. Damit liegen beide Häuser mit ihren Prognosen klar über dem aktuellen Marktniveau. An der Börse schloss die Aktie gestern bei 35,41 Euro und damit nur rund 1,2 Prozent unter ihrem erst am Vortag markierten 52-Wochen-Hoch von 35,84 Euro.

Die positive Stimmung markiert eine deutliche Trendwende in der Einschätzung der US-Großbank Goldman Sachs. Noch im Juli hatten die Analysten das Kursziel vorübergehend auf 35,00 Euro gesenkt. Seinerzeit wurden die Gewinnschätzungen für das Jahr 2026 aufgrund erwarteter höherer Ausgaben und Kreditkosten leicht nach unten korrigiert.

Verstärkte Kapitalrückführungen stützen den Kurs

Ein wesentlicher Pfeiler der Strategie zur Steigerung des Shareholder-Value ist der forcierte Aktienrückkauf. Die Deutsche Bank schloss am 24. August ein Rückkaufprogramm über 1,0 Milliarde Euro ab.

Unmittelbar danach startete am 25. August eine neue Tranche mit einem Volumen von 500 Millionen Euro, die bis zum 11. Dezember dieses Jahres laufen soll. Mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro für das Jahr 2026 übertrifft die Bank das Vorjahresniveau von 1,0 Milliarde Euro erheblich.

Rekordergebnisse im ersten Halbjahr

Die operative Stärke spiegelt sich in den jüngsten Geschäftszahlen wider. Für das zweite Quartal meldete das Institut ein Nachsteuerergebnis von 1,9 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Die Erträge kletterten im selben Zeitraum um 9 Prozent auf 8,48 Milliarden Euro und übertrafen damit die Markterwartungen. Insgesamt erzielte die Bank im ersten Halbjahr 2026 ein Rekordergebnis nach Steuern in Höhe von 4,1 Milliarden Euro.

Zusätzlicher Rückenwind könnte von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kommen. Medienberichten zufolge rechnet die Deutsche Bank damit, dass die EZB die Leitzinsen nach dem erwarteten Schritt im September auch im Dezember um weitere 25 Basispunkte anheben wird.

Parallel dazu setzt die Bank personelle Akzente im Vorstand: Seit Juli amtiert Fabrizio Campelli als stellvertretender Vorstandsvorsitzender, während Stefan Hoops bereits im Mai in das Gremium berufen wurde. Eine detaillierte Ergebnisübersicht zum dritten Quartal wird für den 30. September erwartet.