Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und zugleich einen regulatorischen Erfolg vermeldet. Die Aufsicht senkt die Kapitalanforderung für das kommende Jahr um 25 Basispunkte. Die Aktie legte am Donnerstag rund vier Prozent zu.

Rekordwerte nach neun Monaten

Der Gewinn je Aktie lag bei 1,07 Dollar, erwartet worden waren 0,92 Dollar. Der Quartalsumsatz erreichte 9,45 Milliarden Dollar und übertraf die Prognosen leicht. Nach neun Monaten steht ein Rekordvorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro zu Buche, der Umsatz summiert sich auf 25,5 Milliarden Euro.

Alle drei Divisionen erzielten eine Eigenkapitalrendite von mindestens 12 Prozent und steigerten ihren Vorsteuergewinn in jedem Quartal des Jahres. Die Privatkundenbank verbuchte Nettozuflüsse von 17 Milliarden Euro, die Vermögensverwaltung sogar 31 Milliarden Euro. Die Unternehmensbank meldete Rekorderlöse.

Das Management sieht den Weg zu den Zielen für 2028 klarer vor sich. Eine Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent gilt intern nun als Untergrenze.

Weniger Kapital nötig

Die harte Kernkapitalquote lag Ende September bei 14 Prozent, am oberen Rand der angestrebten Spanne. Die niedrigere SREP-Anforderung begründete Finanzchef Raja Akram mit einem berechenbareren Geschäftsmodell, besserer Governance und dem Abbau von Gewerbeimmobilienrisiken. Er rechne mit weiteren Senkungen, wenn der Umbau fortschreite.

Hinzu kommt der Einlagenzuwachs. Die Kundeneinlagen stiegen im Quartal um 18 Milliarden Euro auf 716 Milliarden Euro. Ein Teil davon sind laut Konzern temporäre Quartalsendbestände, die im vierten Quartal abfließen dürften.

Wachstum durch Zukäufe steht vorerst nicht an. Akram nannte organisches Wachstum den Hauptpfad, schloss spätere Übernahmen in der Vermögensverwaltung aber nicht aus.

Kreditrisiken bleiben Thema

Die Risikovorsorge belief sich auf 501 Millionen Euro. Haupttreiber sind weiterhin Gewerbeimmobilien, dazu kam ein Einzelfall in Asien. Für 2027 erwartet die Bank einen allmählichen Rückgang der Vorsorge in diesem Segment.

Für 2026 peilt das Institut Erlöse von über 33 Milliarden Euro an, sofern die Märkte stabil bleiben. Die Kosten sollen bei rund 21,3 Milliarden Euro liegen.

Außerhalb der Zahlen sorgte eine Finanzierung für Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank stellt die Deutsche Bank 560 Millionen Euro für die europäische Raumfahrtindustrie bereit. Etwa die Hälfte der Investitionen soll nach Deutschland fließen.

Den nächsten Anhaltspunkt liefert die Bank mit ihrem Jahresergebnis 2026, bei dem sie auch einen Fortschrittsbericht zur Strategie verspricht. Dann soll zudem der Finanzierungsplan für 2027 konkreter werden, der nach Konzernangaben etwas höher ausfallen dürfte als in diesem Jahr.