Deutschlands größtes Geldhaus hat gestern ein neues 15-Jahres-Hoch markiert. Der Kurs kommt von unter 24 Euro im vergangenen Frühjahr und hat sich seither spürbar erholt. Auffällig: Ausgerechnet jetzt, wo saisonal eigentlich die schwächere Phase des Jahres läuft, zeigt Goldman Sachs außergewöhnlichen Optimismus.
Analyst Chris Hallam hob sein Kursziel auf 43,75 Euro und stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch — das höchste Ziel unter allen von Bloomberg erfassten Experten, der Konsens liegt bei 35,39 Euro. Seine Begründung: Die Deutsche Bank starte in „eine Ära höherer Profitabilität“, getrieben von steigender Ertragsdynamik und operativem Hebel. Ab 2027 komme zusätzliche Flexibilität beim Kapital hinzu.
Bewertung bleibt der Trumpf
Besonders ins Gewicht fällt für Hallam der Preis. Das für 2027 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 9, während die europäischen Bankenkonkurrenten im Mittel auf 11 kommen.
Trotz der jüngsten Kursgewinne hinkt die Aktie dem Sektor weiterhin deutlich hinterher: Auf Jahressicht steht ein Plus von 5,3 Prozent, der Euro Stoxx Banks kommt auf 20,2 Prozent, Spitzenreiter Raiffeisen Bank International aus Österreich sogar auf 67,8 Prozent. Aus dieser Lücke leitet Hallam sein Aufholpotenzial ab.
Die Größenordnung der Kurszielanhebung — von 37,00 auf 43,75 Euro — unterstreicht, wie deutlich Goldman Sachs die Neubewertung sieht. Untermauert wird die positive Stimmung durch die Saisonalität: In den vergangenen zehn Jahren fiel die Performance der Aktie im Zeitraum Oktober bis Februar im Schnitt deutlich besser aus als in den Sommermonaten. Der September selbst gilt dabei als schwächerer Übergangsmonat mit einem historischen Durchschnittsverlust von 0,29 Prozent.
Politischer Kontext bleibt im Hintergrund
Parallel zur Kursrally positionierte sich Bankchef Christian Sewing beim Handelsblatt-Bankengipfel in Frankfurt politisch. Er forderte von der Bundesregierung, angekündigte Reformen konsequent umzusetzen, statt sie zurückzudrehen, und warnte mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor populistischen Parteien.
Für die Kursentwicklung spielt das derzeit eine untergeordnete Rolle — der Markt fokussiert sich auf die fundamentale Neubewertung durch Goldman Sachs.
Ob die Aktie das ambitionierte Kursziel von 43,75 Euro tatsächlich erreicht, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich die von Hallam erwartete höhere Profitabilität ab 2027 auch in den Zahlen niederschlägt. Bis dahin bleibt die Bewertungslücke zum europäischen Bankensektor die zentrale Kennziffer für Anleger, die das Aufholpotenzial im Blick haben.
Deutsche Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Bank-Analyse vom 3. September liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

