Deutsche Bank Aktie: Neuer CFO, alte Risiken

Raja Akram wird neuer Finanzvorstand der Deutschen Bank und muss neben starken operativen Zahlen ein wachsendes Private-Credit-Portfolio von 26 Milliarden Euro managen, das unter regulatorischer Beobachtung steht.

Deutsche Bank Aktie
Kurz & knapp:
  • Raja Akram tritt CFO-Posten im März 2026 an
  • Private-Credit-Engagement beläuft sich auf 26 Mrd. Euro
  • Nachsteuergewinn verdoppelte sich 2025 auf 7,1 Mrd. Euro
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch und 200-Tage-Linie

Raja Akram übernimmt im März 2026 offiziell das Amt des Finanzvorstands bei der Deutschen Bank — und tritt damit in eine Rolle ein, die mehr verlangt als das Verwalten eines Rekordgewinns. Denn zeitgleich rückt ein 26-Milliarden-Euro-Portfolio ins Rampenlicht, das Investoren und Regulatoren gleichermaßen beschäftigt.

Führungswechsel mit Ansage

Akram kommt von Morgan Stanley, wo er zuletzt als Deputy CFO tätig war. Sein Vorgänger James von Moltke hatte die Bank acht Jahre lang durch eine grundlegende Transformation geführt. Dessen Vertrag läuft im Juni 2026 aus — er wird bis zur vollständigen Übergabe an Bord bleiben.

Der Wechsel gilt als strategischer Schritt: Mit Akrams Wall-Street-Hintergrund will die Bank mehr Rigorosität ins Kapitalmanagement bringen. Das Ziel ist ambitioniert — eine Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent bis 2028.

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Private Credit: Wachstum unter Beobachtung

Das eigentliche Thema, das Akram von Beginn an begleiten wird, ist das Private-Credit-Engagement der Bank. Im Geschäftsbericht 2025 offenbarte das Institut ein Portfolio von rund 25,9 Milliarden Euro — gegenüber 24,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Eine Anlageklasse, die gerade unter Druck steht: Fondsrücknahmen, nachlassende Zeichnungsstandards und die Folgen des KI-Wandels für bestimmte Kreditnehmer sorgen für Skepsis.

Die Bank selbst räumt im Jahresbericht ein, dass Ausfälle einiger Subprime-Kreditgeber in den USA das Augenmerk auf Risiken im Private-Credit-Bereich gelenkt haben. Direkte wesentliche Risiken sieht sie nicht — wohl aber potenzielle indirekte Kreditrisiken durch verflochtene Portfolios. BaFin und EZB schauen bei solchen Verbindungen zwischen Banken und Schattenbanksystem zunehmend genauer hin.

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Solide Basis, aber Aktie unter Druck

Operativ lieferte die Deutsche Bank 2025 starke Zahlen: Der Nachsteuergewinn verdoppelte sich nahezu auf 7,1 Milliarden Euro, die Erträge stiegen auf 32,1 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet die Bank Konzernerträge von rund 33 Milliarden Euro, die Ausschüttungsquote soll auf 60 Prozent steigen.

An der Börse spiegeln diese Zahlen sich derzeit kaum wider. Die Aktie notiert rund 24 Prozent unterhalb ihres Jahresanfangshochs von 33,81 Euro und liegt damit auch deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das YTD-Minus von über 23 Prozent zeigt, wie stark das Marktumfeld — sinkende Zinsmargenerwartungen, konjunkturelle Unsicherheit, strukturelle Abhängigkeit von der deutschen Industrie — auf die Bewertung drückt.

Die nächste konkrete Bewährungsprobe für Akrams neue Rolle: Am 29. April 2026 veröffentlicht die Deutsche Bank ihre Ergebnisse für das erste Quartal. Dann wird sich zeigen, ob das Private-Credit-Portfolio weiter wächst — und wie die Bank die regulatorischen Fragen dazu beantwortet.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.