Die Deutsche Bank sichert ihre Zusammenarbeit mit Zurich langfristig ab: Der Versicherer hat die Vertriebspartnerschaft gestern vorzeitig bis Ende 2042 verlängert. Das schafft Planungssicherheit im Privatkundengeschäft. Einen bezifferbaren Ergebniseffekt liefert die Vereinbarung jedoch nicht. Für Anleger bleiben deshalb die morgigen Quartalszahlen der unmittelbar wichtigere Prüfstein.
Langfristige Bindung ohne finanzielle Details
Zurich behält durch die Verlängerung langfristig Zugang zu den Privatkunden der Deutschen Bank und der Postbank. Auch die Zusammenarbeit mit DWS soll langfristig fortgesetzt werden. Finanzielle Konditionen der Vereinbarung wurden nicht genannt.
Damit steht zunächst die Kontinuität der Partnerschaft im Vordergrund. Aus der langen Laufzeit lässt sich kein konkreter zusätzlicher Gewinn für die Deutsche Bank ableiten. Die Vereinbarung ergänzt den bevorstehenden Quartalsbericht um eine strategische Nachricht, ersetzt aber keine Antwort auf die kurzfristigen Ertrags- und Kreditrisiken.
Mehr Erträge, weniger Gewinn erwartet
Für das dritte Quartal 2026 erwartet die Dow-Jones-Prognose Erträge von 8,208 Milliarden Euro. Das entspräche einem Zuwachs von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die erwartete Entwicklung zeigt allerdings einen Gegensatz: Etwas höhere Einnahmen dürften nicht ausreichen, um einen Gewinnrückgang zu verhindern. Entscheidend wird damit auch, wie stark die Risikovorsorge das Ergebnis belastet.
Den Nachsteuergewinn veranschlagt Dow Jones auf 1,699 Milliarden Euro und damit 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für die Kreditrisikovorsorge werden 488 Millionen Euro erwartet.
Im Mittelpunkt stehen dabei Belastungen durch Gewerbeimmobilien und einen asiatischen Unternehmenskreditausfall. Laut MarketWatch achten Anleger außerdem auf das Engagement bei privaten Kreditfinanzierungen für Rechenzentren. Diese Punkte betreffen die Qualität des Ergebnisses – und damit mehr als die Frage, ob die Bank die Ertragsschätzungen erreicht.
UBS erwartet solide Erträge. Schwächere Einnahmen im Anleihe- und Devisengeschäft gegenüber dem Rekordquartal des Vorjahres könnten nach Einschätzung des Hauses durch andere Bereiche ausgeglichen werden. Die Dow-Jones-Prognose rechnet in diesem Geschäft mit einem Rückgang um 4 Prozent.
Jahresziel als weiterer Prüfstein
Neben den Quartalszahlen zählt der Ausblick. Die Deutsche Bank dürfte ihr Ertragsziel für 2026 von rund 33 Milliarden Euro bestätigen. Das ist bislang eine Erwartung, keine bereits erfolgte Bestätigung.
Für Anleger kommt es deshalb auf das Zusammenspiel von Ertragsstabilität und Risikokosten an. Die verlängerte Zurich-Partnerschaft steht für langfristige Kontinuität. Ob zugleich die kurzfristige Ergebnisentwicklung überzeugt, muss der Quartalsbericht zeigen.
Für 2028 strebt die Bank Erträge von mehr als 37 Milliarden Euro an. Hinzu kommen eine höhere Rendite auf das materielle Eigenkapital und eine niedrigere Aufwand-Ertrags-Relation. Die morgigen Aussagen zu Kreditrisiken und Ertragsquellen werden daran zu messen sein, ob sie diesen Wachstumspfad stützen.
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