Acht Prozent gegen zwei Prozent — der Tarifstreit zwischen Verdi und der Postbank eskaliert, während die Deutsche Bank auf einen der wichtigsten Termine des Jahres zusteuert. Am 29. April präsentiert das Institut seine Quartalszahlen. Die Kulisse dafür wird ungemütlicher.
Verdi dreht die Daumenschrauben
Nach der ersten ergebnislosen Verhandlungsrunde in Düsseldorf droht Verdi nun mit Warnstreiks. Die Gewerkschaft fordert für rund 9.000 Postbank-Beschäftigte acht Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro pro Monat. Das Angebot der Arbeitgeberseite: zwei Prozent ab September, weitere zwei Prozent ein Jahr später — nach fünf Nullmonaten.
Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck ließ an Deutlichkeit nichts vermissen: „Die Deutsche Bank hat gerade erst ein Rekordergebnis verkündet; da ist es völlig unverständlich, dass sie ein Angebot macht, das nicht einmal ansatzweise die Inflation ausgleicht.“ Neben den Gehältern stehen auch Filialschließungen und Transformationsfragen auf dem Tisch. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Mai in Frankfurt angesetzt — also nach den Q1-Zahlen.
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Das Muster ist bekannt: Bereits 2024 zog sich ein Tarifkonflikt bei der Postbank über fünf Runden hin, Warnstreiks störten damals wiederholt den Kundenbetrieb.
Fed-Wende aus dem eigenen Haus
Parallel sorgt das hauseigene Research für Gesprächsstoff. Die Volkswirte der Deutschen Bank strichen ihre letzte verbliebene Fed-Zinssenkungsprognose für 2026 — und begründen das mit ölgetriebenen Inflationsrisiken aus dem Nahostkonflikt, robustem Wachstum und einem angespannten Arbeitsmarkt.
Zuvor hatte die Bank noch einen Schritt um 25 Basispunkte im September eingeplant. Damit rückt das Institut näher an J.P. Morgan und HSBC heran, die Zinssenkungen für 2026 bereits vollständig ausschließen. Goldman Sachs, Morgan Stanley und BofA rechnen hingegen weiterhin mit zwei Schritten. Geldmarktpreise signalisieren laut LSEG eine Wahrscheinlichkeit von fast 69 Prozent für unveränderte Zinsen bis Ende 2026 — ein Umfeld, das Banken mit starkem Einlagengeschäft vor Gegenwind stellt.
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Q1 und Hauptversammlung als nächste Fixpunkte
Die Aktie schloss am Freitag bei 27,91 Euro, ein Minus von 1,67 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 17 Prozent, obwohl das Papier auf Jahressicht noch rund 35 Prozent im Plus liegt.
Am 29. April werden die Märkte genau hinschauen. Das Management hat signalisiert, dass die Erlöse im ersten Quartal in etwa auf Vorjahresniveau liegen dürften — mit einer Warnung: Das FICC-Geschäft, das rund ein Viertel der Konzernerlöse beisteuert, dürfte leicht unter dem starken Vorjahreswert bleiben. Für das Gesamtjahr peilt die Bank Erlöse von rund 33 Milliarden Euro an, bei einer Aufwand-Ertrag-Quote unter 65 Prozent.
Wenige Wochen später, am 28. Mai, folgt die erste Präsenz-Hauptversammlung seit 2019. Auf der Agenda: eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie — rund 47 Prozent mehr als die 0,68 Euro des Vorjahres.
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