Deutschlands größtes Kreditinstitut präsentiert die besten Zahlen seiner Geschichte – und wird im selben Atemzug von massiven Altlasten eingeholt. Während die Deutsche Bank für 2025 einen historischen Milliardengewinn ausweist, offenbart der neue Geschäftsbericht eine Schadensersatzklage ehemaliger Mitarbeiter in dreistelliger Millionenhöhe. Dieser juristische Gegenwind liefert den Grund für die anhaltende Skepsis der Anleger am Markt.
Auf dem Papier lief das vergangene Jahr glänzend. Mit einem Vorsteuergewinn von 9,7 Milliarden Euro und einer Verdopplung des Nachsteuerergebnisses auf 7,1 Milliarden Euro erreichte das Institut den Höhepunkt seiner Profitabilität. Aktionäre sollen davon durch eine Dividende von einem Euro je Anteilsschein sowie ein laufendes Aktienrückkaufprogramm profitieren. Die Börse honoriert diese fundamentale Stärke jedoch kaum. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits über 24 Prozent an Wert verloren und notiert mit einem Schlusskurs von 25,39 Euro deutlich unter seinen langfristigen gleitenden Durchschnitten.
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Monte-dei-Paschi-Deal holt Bank ein
Verantwortlich für die Zurückhaltung am Markt ist eine neu enthüllte juristische Front in London. Vier ehemalige Banker fordern umgerechnet rund 800 Millionen US-Dollar Schadensersatz für angebliche Reputationsschäden. Die Ansprüche resultieren aus umstrittenen Geschäften mit der italienischen Bank Monte dei Paschi aus dem Jahr 2008.
Obwohl die ursprünglichen Verurteilungen der Beteiligten in Italien im Jahr 2022 aufgehoben wurden, werfen die Kläger ihrem ehemaligen Arbeitgeber nun vor, ihr Ruf sei durch das damalige Agieren der Bank ruiniert worden. Das Institut weist die Forderungen als völlig überzogen zurück, schweigt aber aus prozesstaktischen Gründen zur Frage möglicher Rückstellungen. Positiv ins Gewicht fällt für die Bilanz immerhin, dass der jahrelange Streit um die Postbank-Übernahme nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs nun endgültig und ohne weitere Ergebnisbelastung abgeschlossen ist.
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Führungswechsel und nächste Hürden
Neben der juristischen Aufarbeitung steht dem Konzern im Sommer ein wichtiger personeller Umbruch bevor. Wenn der langjährige Finanzvorstand James von Moltke im Juni seinen Posten an den Morgan-Stanley-Veteranen Raja Akram übergibt, soll dieser die ehrgeizigen Renditeziele von über 13 Prozent bis 2028 absichern.
Die unmittelbare Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich nun auf die Bewältigung der neuen Rechtsrisiken. Noch in diesem Jahr steht vor dem Frankfurter Landgericht die Verhandlung eines fünften Ex-Mitarbeiters an, der weitere 152 Millionen Euro fordert. Der Ausgang dieses Verfahrens wird einen ersten konkreten Hinweis darauf liefern, wie teuer die juristische Aufarbeitung der Vergangenheit für die Bank tatsächlich noch wird.
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