Während die Deutsche Bank einen millionenschweren Schlussstrich unter einen Teil ihrer Cum-Ex-Vergangenheit zieht, bringt sich das Institut bereits für die nächste große Marktverschiebung in Stellung. CEO Christian Sewing sieht sein Haus als klaren Profiteur des Übernahmekampfes um die Commerzbank. Gleichzeitig zwingen geopolitische Spannungen das Management zu einer vorsichtigen Prognose für das laufende Quartal.
Cum-Ex-Vergleich kostet Millionen
Um einen Teil der juristischen Altlasten abzustreifen, greift der DAX-Konzern in die Tasche. Für die Verstrickungen in die Spezialfonds Baca und JS Futures überweist die Bank 29 Millionen Euro an den Fiskus. Das Institut trat hierbei als Dienstleisterin auf und stellte Finanzierungen bereit. Obwohl es bei diesen beiden Fonds um eine Gesamtsteuerschuld von 85 Millionen Euro ging, konnte sich die Bank mit anderen beteiligten Geldhäusern auf eine genaue Aufteilung einigen.
Ein vollständiges Ende des Cum-Ex-Komplexes, der 2022 sogar zu einer Razzia in den Frankfurter Büros führte, bedeutet dieser Schritt allerdings nicht. Insgesamt geht es bei weiteren Fonds um einen Steuerschaden von mehr als 200 Millionen Euro.
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Profiteur im Übernahmepoker
Abseits der Gerichtssäle erkennt das Management handfeste strategische Chancen. Die italienische UniCredit greift nach der Commerzbank, die sich mit Unterstützung der Bundesregierung vehement gegen die Übernahme wehrt. Vorstandschef Christian Sewing positioniert die Deutsche Bank offensiv in diesem Szenario.
Sollte der Frankfurter Konkurrent tatsächlich in einem ausländischen Konzern aufgehen, stünde das eigene Haus bereit, verunsicherte Kunden aufzunehmen. Die Bank würde damit zur unangefochtenen Nummer eins im deutschen Firmen- und Privatkundengeschäft aufsteigen. Das Übernahmeringen sei in den internen Szenarien bereits fest einkalkuliert.
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Geopolitik und ehrgeizige Ziele
Trotz der strategischen Ambitionen dämpfte Sewing auf einer Morgan-Stanley-Konferenz die kurzfristigen Erwartungen. Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs sorgen für Schwankungen und höhere Energiepreise, was die deutsche Industrie spürbar belastet. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der jüngsten Kursentwicklung wider: Seit Jahresbeginn hat das Papier gut 24 Prozent an Wert verloren und ging gestern bei 25,39 Euro aus dem Handel.
An den mittelfristigen Zielen rüttelt der Vorstand jedoch nicht. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit leicht steigenden Erlösen von rund 33 Milliarden Euro. Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote auf 60 Prozent klettern. Ein wachsames Auge werfen Investoren derweil auf das Private-Credit-Segment, wo die Bank ein Exposure von 26 Milliarden Euro aufweist. Anlageklassen wie diese sind aktuell mit verstärkten Prüfungen von Zeichnungsstandards konfrontiert.
Die Deutsche Bank manövriert derzeit durch ein komplexes Umfeld aus juristischer Aufarbeitung und geopolitischem Gegenwind. Gelingt es dem Management, die anvisierte Erlösbasis von 33 Milliarden Euro zu verteidigen und gleichzeitig Marktanteile im Zuge der Commerzbank-Turbulenzen abzugreifen, rückt die geplante Ausschüttungsquote von 60 Prozent in greifbare Nähe. Der entscheidende Prüfstein für diese Strategie wird die Stabilität des Private-Debt-Portfolios im laufenden Geschäftsjahr sein.
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