Der Frankfurter Bankenplatz erlebt einen furiosen Start in das Börsenjahr 2026. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank notieren auf Mehrjahreshochs und lassen die Tristesse vergangener Dekaden hinter sich. Doch die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein: Während die Commerzbank als „Momentum-Monster“ auf einer Welle aus Übernahmefantasie und operativer Exzellenz reitet, positioniert sich die Deutsche Bank als solider „Value-Tanker“, der nach der erfolgreichen Bewältigung seiner Altlasten nun die Ernte einfahren will.
Anleger stehen an diesem Wochenende vor der Wahl: Setzt man auf die Dynamik der „Gelben“ oder die substanzielle Bewertung der „Blauen“?
Wer dominiert die Schlagzeilen?
Die Nachrichtenlage der letzten 48 Stunden zeichnet ein klares Bild der aktuellen Marktstimmung. Bei der Commerzbank herrscht Hochbetrieb: Ein frisches Kursziel-Upgrade auf 37,00 Euro durch RBC Capital Markets sorgt für Rückenwind. Dass die Einstufung „Sector Perform“ bekräftigt wurde, unterstreicht das Vertrauen in die Ertragskraft der Bank kurz vor den Zahlen. Interessant ist die Reaktion auf die jüngste Absage von UniCredit-CEO Andrea Orcel, der eine Vollübernahme aktuell als „wirtschaftlich unattraktiv“ bezeichnete. Was früher für einen Kursrutsch gesorgt hätte, wird heute als Stärke interpretiert: Die Commerzbank beweist unter CEO Bettina Orlopp, dass sie auch ohne „weißen Ritter“ glänzen kann.
Im direkten Kontrast dazu herrscht bei der Deutschen Bank die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Der Markt fokussiert sich hier voll auf den 29. Januar, wenn die vorläufigen Jahreszahlen auf den Tisch kommen. Positive Impulse lieferte diese Woche lediglich die vertiefte Partnerschaft mit PayPal, die das Transaktionsgeschäft stärken soll. Doch die Stille ist trügerisch: Spekulationen über ein massives Aktienrückkaufprogramm halten die Spannung hoch.
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Bewertung: Substanz oder Fantasie?
Der Blick in die Bücher offenbart, warum sich hier die Spreu vom Weizen trennt. Während die eine Bank durch Wachstum besticht, punktet die andere durch eine fast schon unverschämt günstige Bewertung.
| Kennzahl | Deutsche Bank (DBK) | Commerzbank (CBK) | Analyse |
|---|---|---|---|
| Kursniveau | ~33,50 € | ~34,95 € | CBK hat das Momentum auf ihrer Seite |
| Trend (1 Jahr) | Stark positiv | Exzellent (+105%) | Commerzbank ist der klare Outperformer |
| KGV 2026e | ~6,5 – 7,0 | ~8,0 – 9,0 | DBK ist der klassische „Value-Pick“ |
| Strategie | Postbank-Thema gelöst | „Standalone“ vs. Übernahme | DBK wirkt „aufgeräumter“, CBK „spannender“ |
Der entscheidende Unterschied:
Die Risikowahrnehmung hat sich massiv verschoben. Die Deutsche Bank hat die belastenden Postbank-Rechtsstreitigkeiten bereits 2024 beigelegt. Die Bücher sind sauber, die Rückstellungen Geschichte. Ein KGV von unter 7 impliziert immer noch einen „Angst-Abschlag“, der fundamental kaum noch zu rechtfertigen ist. Die Commerzbank hingegen wird bereits mit einem Aufschlag für ihre Wachstumsstory und die latente Übernahmefantasie gehandelt.
Charttechnik: Wer hat mehr Luft?
Im charttechnischen Duell schenken sich beide Titel nichts, doch die Formationen unterscheiden sich.
Die Commerzbank agiert aus einer Position der Stärke. Der steile Aufwärtstrend ist intakt, die Konsolidierung auf hohem Niveau gesund. Die Marke von 34,00 Euro dient als massives Trampolin. Solange der Kurs darüber notiert, ist der Weg zum zyklischen Hoch bei 38,40 Euro frei.
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Die Deutsche Bank hingegen befindet sich in Lauerstellung. Die Aktie bildet eine klassische Flaggenformation unterhalb des Widerstands bei 34,00 Euro. Ein Ausbruch über diese Marke käme einem Startschuss gleich und könnte den Weg in Richtung 40 Euro ebnen. Die technischen Indikatoren haben sich abgekühlt – oft der Vorbote für einen neuen dynamischen Schub.
Fazit: Welches Papier gehört ins Depot?
Das Rennen ist eng, doch die Zielgruppen sind klar definiert.
Szenario A: Der Momentum-Jäger (Pro Commerzbank)
Wer auf relative Stärke setzt und daran glaubt, dass die Profitabilität unabhängig von UniCredit weiter gesteigert werden kann, greift zur Commerzbank. Sie ist die „heißere“ Wette, gestützt durch frische Analysten-Upgrades und den stärksten Trend im DAX.
Szenario B: Der Value-Investor (Pro Deutsche Bank)
Wer eine günstig bewertete Aktie sucht, bei der die „Leichen im Keller“ endlich entsorgt sind, findet in der Deutschen Bank das bessere Chance-Risiko-Verhältnis. Sie fliegt aktuell noch unter dem Radar, bietet aber fundamental womöglich mehr Substanz für eine langfristige Aufwärtsbewegung.
Der Ausblick: Achten Sie auf den 29. Januar (Deutsche Bank Zahlen) und den 11. Februar (Commerzbank Zahlen). Hier entscheidet sich, wer im ersten Halbjahr 2026 die Nase vorn behält.
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