Die Deutsche Pfandbriefbank geht in die Offensive. Über ihre Direktbankmarke pbb direkt hat sie die Festgeldzinsen für drei- und fünfjährige Anlagen deutlich angehoben. Das Timing ist kein Zufall: Die Anpassung fällt auf den Tag der EZB-Ratssitzung.

Konkret steigen die Zinsen für dreijährige Festgelder auf 3,25 Prozent. Fünfjährige Anlagen rentieren mit 3,30 Prozent. Wer eine automatische Verlängerung wählt, erhält sogar 3,35 beziehungsweise 3,40 Prozent. Der Sprung ist beträchtlich: Dreijährige Lagen lagen zuvor bei 2,80 Prozent, fünfjährige bei 2,90 Prozent.

Mit diesen Konditionen setzt sich die pbb direkt an die Spitze der deutschen Einlagensicherung. Bisherige Spitzenreiter werden bei dreijährigen Anlagen klar überboten. Auch bei fünfjährigen Laufzeiten rückt das Institut dicht an die Marktspitze heran.

Mutterkonzern zwischen Baustelle und Neugeschäft

Die Zinsanpassung der Tochter fällt in eine strategisch heikle Phase für den Mutterkonzern. Die Deutsche Pfandbriefbank steckt mitten im Rückzug aus dem US-Geschäft. Der Exit verursacht weiterhin Kosten. Immerhin: Das Risikovorsorgeergebnis hat sich im ersten Quartal 2026 verbessert, teilweise durch aufgelöste Rückstellungen für das US-Buch.

Parallel läuft das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung besser. Es stieg auf 1,3 Milliarden Euro, nach 1,1 Milliarden im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis lag bei 6 Millionen Euro – unter dem Vorjahreswert von 28 Millionen, aber nach Unternehmensangaben im Plan.

Aktie im Abwärtstrend

Die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank zeigte zuletzt gemischte Signale. Am Donnerstag schloss sie bei 3,43 Euro. Auf Wochensicht gibt es ein Plus von 4,77 Prozent, über 30 Tage aber ein Minus von 4,51 Prozent.

Seit Jahresanfang verlor das Papier 17,71 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt der Verlust sogar 37,16 Prozent. Die Aktie notiert unter ihrer 200-Tage-Linie – ein Indiz für den seit August 2025 laufenden Abwärtstrend. Das 52-Wochen-Hoch von 5,71 Euro liegt rund 40 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37,42 ist die Aktie ambitioniert bewertet. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 53,45 Prozent hoch. Der 14-Tage-RSI liegt bei 50,2 – neutral.

Die Festgeld-Offensive der pbb direkt zeigt: Die Pfandbriefbank sucht aktiv nach Ertragsquellen. Ob die Zinsanhebung dauerhaft neue Kunden bringt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen müssen. Am 10. Dezember folgen die Quartalszahlen.