Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) steckt im Kreuzfeuer mehrerer Entwicklungen. Der US-Immobilienmarkt dreht sich politisch, die Zinswelle rollt – und die Aktie verliert kontinuierlich an Boden. Nach einer schwierigen Woche notiert das Papier bei 3,23 Euro.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie 22,6 Prozent eingebüßt. Auf Jahressicht liegt das Minus sogar bei 38 Prozent. Der RSI von 39 deutet auf eine überverkaufte Lage hin. Stabilisierung sieht anders aus.

US-Gesetz trifft den Kernmarkt

Der größte Treiber der Unsicherheit sitzt in Washington. Der US-Kongress hat im Juni den „21st Century ROAD to Housing Act“ verabschiedet. Das Gesetz fördert den Wohnungsbau durch Umbau leerstehender Gebäude. Gleichzeitig beschneidet es den Einfluss von Großinvestoren.

Für die pbb ist das ein heikler Punkt. Die Bank finanziert schwerpunktmäßig Büro- und Gewerbeimmobilien – auch in den USA. Bleibt die Umnutzung aus, drohen Wertverluste im Bestand. Bleibt sie aus regulatorischen Gründen aus, ebenfalls. Am Markt wird genau beobachtet, wie sich das Gesetz auf die Bewertungen auswirkt.

Zinswelle bringt Chancen und Risiken

Parallel dazu verändert sich der Baufinanzierungsmarkt grundlegend. Eine Studie von Simon-Kucher prognostiziert eine massive Prolongationswelle. In Deutschland müssen jährlich bis zu 94 Milliarden Euro an Krediten refinanziert werden.

Das klingt nach Geschäft. Banken könnten höhere Margen erzielen – vorausgesetzt, die Kreditrisiken bleiben stabil. Steigende Staatsanleiherenditen treiben aber die Refinanzierungskosten der Institute nach oben. Ein schmaler Grat.

Das ifo-Geschäftsklima stieg im Juni überraschend auf 85,6 Punkte. Die Unternehmen blicken etwas optimistischer nach vorn. Privatanleger reagieren gegenteilig: Laut Sentiment-Index der Deutschen Börse sind sie zuletzt deutlich pessimistischer geworden. Institutionelle setzen dagegen auf Range-Trading – Bewegung innerhalb enger Grenzen.

Die pbb braucht eine klare Entspannung bei den Immobilienrisiken, um nachhaltig aus der Kursschwäche zu kommen. Und einen Zinspfad, der nicht ständig neue Belastungen bringt. Beides ist derzeit nicht in Sicht.