Deutsche Rohstoff AG drückt in den USA massiv aufs Gaspedal. Das Unternehmen weitet sein Bohrprogramm historisch aus und plant, die Produktion ab Juli deutlich zu steigern. Damit reagiert der Konzern auf die anziehenden Ölpreise im Frühjahr.

Rekord-Investitionen in US-Öl

Das Management investiert rund 230 Millionen Euro in neue Öl- und Gasentwicklungen. Es handelt sich um das größte Entwicklungsprogramm in der Geschichte des Unternehmens. Dafür hat die Gesellschaft die Zahl der aktiven Bohranlagen von einer auf drei verdreifacht.

Parallel dazu gehen bis Ende des zweiten Quartals 2026 zahlreiche neue Bohrungen in Betrieb. Geplant sind elf eigene sowie neun partnergeführte Projekte. Diese Offensive soll die Marktposition in den USA nachhaltig stärken.

Starke Ergebnisse in Wyoming

Erste Daten aus dem Powder River Basin in Wyoming untermauern diesen Kurs. Vier neue Bohrungen liefern bereits 6.000 Barrel Öl pro Tag. Das entspricht etwa 1.500 Barrel pro Bohrung. Ein verbessertes technisches Design steigerte hier die Produktivität über den regionalen Durchschnitt.

Ab Juli soll die gesamte Förderung auf über 20.000 Barrel Öläquivalent pro Tag steigen. Der Ölanteil liegt dabei voraussichtlich bei 70 Prozent. Bis dahin gehen insgesamt 14 Nettobohrungen in Produktion, darunter erstmals besonders effiziente Drei-Meilen-Bohrungen.

Bewertung und Kursverlauf

Zur Absicherung gegen fallende Preise hat der Konzern über eine Million Barrel Öl bei 70 bis 75 US-Dollar gelockt. Das Management sieht die Aktie zudem als unterbewertet an. Ohne die Almonty-Beteiligung liegt das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA bei rund 1,3.

Die Aktie schloss am Freitag bei 80,40 Euro. Trotz eines Kursrückgangs von 17 Prozent im letzten Monat bleibt das Plus seit Jahresanfang mit 61 Prozent beachtlich. Aktuell notiert das Papier etwa 31 Prozent unter seinem Juni-Hoch von 117,80 Euro.

Die Expansion läuft auf Hochtouren. Im Juli entscheidet das Erreichen der 20.000-Barrel-Marke über den Erfolg des bisher größten Bohrprogramms. Damit rückt die operative Umsetzung in den kommenden Wochen vollständig in den Fokus.