Die Deutsche Rohstoff treibt ihr US-Geschäft spürbar schneller voran als noch vor wenigen Wochen absehbar. Im Sommer könnte der Konzern ein neues Produktionsniveau erreichen. Das ist nicht nur ein operativer Meilenstein, sondern auch ein Test für die Frage, wie viel Wachstum sich aus dem aktuellen Bohrprogramm tatsächlich herausholen lässt.

Bohrprogramm läuft heiß

Ursprünglich waren für das laufende Jahr 26 Bohrungen in den USA geplant. Inzwischen prüft das Management bereits eine Ausweitung auf mehr als 30 Bohrungen, weil die Ergebnisse offenbar stärker ausfallen als erwartet. Besonders im Fokus stehen die ersten Drei-Meilen-Bohrungen, die das Unternehmen nun fertigstellt. An diesen Projekten hält 1876 Resources einen Working Interest von über 80 Prozent.

Bis Anfang Juli sollen insgesamt 20 Bruttobohrungen, also 14 Nettobohrungen, in Produktion gehen. Das zeigt, wie schnell das Tempo im laufenden Jahr hochgefahren wurde. Für ein Öl- und Gasunternehmen ist genau das der Hebel, über den Umsatz und Cashflow zügig steigen können.

20.000 Barrel rücken näher

Im Juli peilt Deutsche Rohstoff eine tägliche Fördermenge von mehr als 20.000 Barrel Öläquivalent an. Im ersten Quartal lag der Schnitt noch bei 12.322 BOEPD. Der Sprung wäre damit enorm.

Parallel dazu baut die Tochter Bright Rock Energy ihre Position in Ohio aus. Dort wurden zuletzt weitere Flächen erworben. Im dritten Quartal sollen die Vorarbeiten für neue Bohrplätze starten, damit im kommenden Jahr die erste Förderung in der Utica-Formation möglich wird.

Rekordgewinn schafft Spielraum

Finanziell steht der Konzern dafür solide da. Im ersten Quartal 2026 erzielte Deutsche Rohstoff ein Konzernergebnis von 103,4 Millionen Euro, der Gewinn je Aktie lag bei 21,59 Euro. Den größten Anteil daran hatte ein Sonderertrag von rund 97 Millionen Euro aus dem Teilverkauf der Beteiligung an Almonty Industries.

Diese Ertragslage verschafft dem Unternehmen Spielraum für das Investitionsprogramm und das laufende Aktienrückkaufprogramm. Bis zum Frühjahr 2027 will die Gesellschaft eigene Anteile im Wert von bis zu 7,5 Millionen Euro über die Börse erwerben. Das ist kein kleiner Nebenpunkt, sondern ein Signal, dass der Konzern die Mittel für Wachstum und Kapitalrückführung derzeit gleichzeitig aufbringen kann.

Aktie nahe dem Hoch

An der Börse ist der Optimismus schon sichtbar. Die Aktie notiert bei 108,80 Euro und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 110,20 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 118,47 Prozent auf dem Kurszettel.

Auch technisch bleibt das Bild stark. Der Kurs liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 63,42 Euro, der RSI von 67,7 zeigt aber auch, dass das Papier bereits nah an einem überkauften Bereich handelt. Am 5. Juni dürfte die Hauptversammlung in Mannheim zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Verwendung des Rekordgewinns lenken.