Der Heidelberger Rohstoffkonzern hat seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert und blickt auf ein außergewöhnlich starkes erstes Halbjahr zurück. Neben deutlichen operativen Fortschritten bei den Öl- und Gasbohrungen in den USA sorgten vor allem strategische Aktienverkäufe für Rekordwerte in der Bilanz. Das Management erwartet für die zweite Jahreshälfte eine erhebliche Beschleunigung der Fördermengen.

Almonty-Verkäufe stützen Rekordergebnis

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 erzielte Deutsche Rohstoff ein EBITDA von 205,2 Millionen Euro, was eine massive Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 70,5 Millionen Euro darstellt. Maßgeblich getrieben wurde dieses Ergebnis durch die Veräußerung von Anteilen am Wolframproduzenten Almonty Industries.

Diese Teilverkäufe steuerten im ersten Halbjahr einen Ertrag von 128,5 Millionen Euro bei. Das Konzernergebnis kletterte auf 134,7 Millionen Euro, was einem Gewinn von 28,42 Euro je Aktie entspricht.

Auch im operativen Kerngeschäft verzeichnete das Unternehmen Zuwächse. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahr um 52,8 Prozent auf 66,1 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen belief sich in diesem Zeitraum auf 79,2 Millionen Euro.

Bereinigt um Sondereffekte aus den Aktienverkäufen lag das EBITDA bei 47,9 Millionen Euro. Medienberichten zufolge setzte das Unternehmen die Gewinnmitnahmen bei Almonty auch nach dem Bilanzstichtag fort und realisierte am 20. August weitere Buchgewinne in Höhe von 33,7 Millionen Euro.

Operative Beschleunigung in den USA

Die durchschnittliche Produktion belief sich im zweiten Quartal auf 14.803 Barrel Öläquivalent pro Tag (BOEPD). Für das zweite Halbjahr plant die Unternehmensführung jedoch einen signifikanten Sprung.

Durch die Inbetriebnahme von 23 zusätzlichen Bohrungen, insbesondere im Rahmen des skalierten Programms im US-Bundesstaat Wyoming, soll die Fördermenge auf rund 25.000 BOEPD steigen. Dies entspräche einem Zuwachs der Produktion von über 70 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr.

Basierend auf dieser Entwicklung bestätigte das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet ein EBITDA von bis zu 400 Millionen Euro. Die Investoren reagierten positiv auf die operativen Fortschritte und die solide Finanzlage.

An der Börse notierte das Papier zum Handelsschluss am gestrigen Freitag bei 87,40 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie einen Wertzuwachs von 79 Prozent verzeichnen. Damit bewegt sich der Kurs allerdings noch rund 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 117,80 Euro.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Experten bewerten die jüngsten Zahlen und den Ausblick auf die zweite Jahreshälfte als sehr vielversprechend. Simon Scholes vom Analysehaus First Berlin hob am Mittwoch sein Kursziel für die Aktie von 115,00 Euro auf 125,00 Euro an und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Er verwies dabei insbesondere auf den erwarteten Produktionssprung, der in der Spitze sogar bis zu 26.000 BOEPD erreichen könnte.

Bereits am 19. August hatte mwb research seine Kaufempfehlung für den Titel bestätigt. Die Analysten setzten dort ein Kursziel von 128,00 Euro fest. Der Fokus am Markt liegt nun auf der termingerechten Inbetriebnahme der neuen Bohrungen in Wyoming, welche die Grundlage für das Erreichen der ehrgeizigen Jahresziele bilden.

Durch die hohen Mittelzuflüsse aus den Beteiligungsverkäufen verfügt Deutsche Rohstoff zudem über eine gestärkte Liquiditätsposition für künftige Projekte.