Die Deutsche Rohstoff AG hat am gestrigen Mittwoch ihre Prognosen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr massiv angehoben. Hintergrund der optimistischeren Einschätzung ist eine Ölproduktion in den USA, die deutlich über den ursprünglichen Erwartungen liegt. Zudem weitet der Konzern sein Investitionsprogramm aus, um das Wachstum in den kommenden Jahren abzusichern.

Deutlicher Sprung bei Umsatz und EBITDA erwartet

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Vorstand nun im Basisszenario mit einem Konzernumsatz zwischen 300 und 320 Millionen Euro. Zuvor war das Unternehmen lediglich von einer Spanne zwischen 260 und 280 Millionen Euro ausgegangen. Auch die Erwartungen für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurden nach oben korrigiert. Hier erwartet die Deutsche Rohstoff nun 380 bis 400 Millionen Euro, nachdem zuvor 355 bis 375 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. In dieser Kennzahl ist ein außerordentlicher Beitrag von rund 160 Millionen Euro enthalten, der aus Teilverkäufen der Beteiligung an Almonty Industries resultiert.

Die positiven Aussichten erstrecken sich auch auf das Jahr 2027. Hier hob das Management den Zielkorridor für den Umsatz auf 320 bis 340 Millionen Euro an. Das EBITDA für 2027 wird nun zwischen 240 und 260 Millionen Euro erwartet. Diese Prognose basiert auf einer Preisannahme für die US-Rohölsorte WTI von 75 US-Dollar pro Barrel.

Ausbau des US-Bohrprogramms und Sondereffekte

Parallel zur Prognoseerhöhung kündigte die Deutsche Rohstoff an, das Bohrprogramm der US-Tochtergesellschaft 1876 Resources für das laufende Jahr zu erweitern. Das Programm wird um sechs auf insgesamt 32 Bruttobohrungen aufgestockt. Durch diese Maßnahme steigt das geplante Investitionsvolumen des Konzerns im Jahr 2026 auf rund 320 Millionen Euro an.

Trotz der operativen Erfolge verzeichnete das Unternehmen auch Belastungen. Laut einer Ad-hoc-Mitteilung von gestern erfolgt eine außerplanmäßige, nicht zahlungswirksame Abschreibung in Höhe von rund 15 Millionen Euro nach Steuern und Minderheiten. Diese betrifft Bohrungen im DJ Basin in Colorado. Als Gründe nannte das Unternehmen gestiegene Kosten für Instandhaltungsarbeiten (Workover) sowie geringere Fördermengen an älteren Bohrungen.

Bereits am Montag schloss die Deutsche Rohstoff zudem ihr Aktienrückkaufprogramm 2026 vorzeitig ab. Insgesamt wurden 83.306 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 90,03 Euro zurückerworben, was einem Gesamtvolumen von 7,5 Millionen Euro entspricht. Das Unternehmen plant, diese Aktien einzuziehen, um das Grundkapital um 1,7 Prozent zu reduzieren.

Finanzielle Basis und Analysteneinschätzungen

Die finanzielle Lage der Deutsche Rohstoff war bereits im ersten Quartal durch hohe Sondererträge geprägt. Das Konzernergebnis kletterte in den ersten drei Monaten des Jahres auf einen Rekordwert von 103,4 Millionen Euro, was 21,59 Euro je Aktie entspricht. Davon entfielen rund 97 Millionen Euro auf Gewinne aus den Verkäufen von Almonty-Anteilen. Am 22. Juli realisierte das Unternehmen durch die Veräußerung von weiteren 5 Millionen Almonty-Aktien einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag von rund 65 Millionen Euro vor Steuern.

Analysten bewerten die Entwicklung des Titels positiv. Am 28. Juli bestätigte das Analysehaus First Berlin seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 105,00 Euro. Wenige Tage zuvor, am 23. Juli, bekräftigte mwb research die Einstufung „Buy“ und nannte ein Kursziel von 128,00 Euro.

An der Börse notiert das Papier heute bei 81,70 Euro, was einem Rückgang von 2,04 Prozent entspricht. Damit liegt der Titel derzeit rund 30,65 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn konnte der Wert jedoch um 66,91 Prozent zulegen. Weitere detaillierte Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 19. August erwartet, wenn das Unternehmen den offiziellen Halbjahresbericht 2026 veröffentlicht.