Bei der Deutschen Telekom klaffen operatives Geschäft und Börsenbewertung weit auseinander. Das Unternehmen meldet Erfolge beim Glasfaserausbau und Rekordzahlen im TV-Geschäft. An der Börse rutscht das Papier indes auf ein Sechs-Monats-Tief ab.

Am Freitag schloss die T-Aktie bei 26,72 Euro. Auf Wochensicht verlor der Titel damit knapp sechs Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über vier Prozent auf der Kurstafel.

Damit notiert der Wert deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 28,94 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief schmilzt. Aktuell trennen die Aktie nur noch knapp drei Prozent von dieser kritischen Marke.

MagentaTV profitiert von der Fußball-WM

Abseits des Parketts liefert der Bonner Konzern positive Nachrichten. In der ersten Woche der Fußball-Weltmeisterschaft schalteten 36 Millionen Zuschauer bei MagentaTV ein. Die Abonnentenzahl des Pay-TV-Senders hat sich gegenüber der Europameisterschaft vor zwei Jahren verdoppelt.

Parallel dazu treibt das Management den Glasfaserausbau voran. Ein Beispiel: Herten. Dort schließt das Unternehmen aktuell über 3.100 Haushalte an das schnelle Netz an. Solche lokalen Projekte sichern die langfristige Marktposition im Breitbandgeschäft.

Planungssicherheit und Aktienrückkäufe

Auch auf der Kostenseite herrscht Klarheit. Die ver.di-Tarifkommission stimmte über ein Lohnpaket für rund 60.000 Beschäftigte ab. Das erwartete positive Votum gibt dem Konzern wichtige Planungssicherheit bei den Personalausgaben.

Um den Aktienkurs zu stützen, kauft die Telekom massiv eigene Papiere zurück. Mitte Juni erwarb der Konzern innerhalb weniger Tage rund 1,6 Millionen Aktien. Bis Jahresende fließen dafür bis zu zwei Milliarden Euro.

Technisch rückt nun das 52-Wochen-Tief bei 25,99 Euro in den Fokus. Diese Marke dient als nächste charttechnische Unterstützung. Der Relative-Stärke-Index von 33 deutet derweil auf einen zunehmend überverkauften Markt hin.