Die Deutsche Telekom hat ihr laufendes Aktienrückkaufprogramm spürbar beschleunigt. Seit dem Start am 1. Juli erwarb der Konzern insgesamt 3,67 Millionen eigene Aktien, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Allein in der Kalenderwoche vom 13. bis 17. Juli kaufte das Unternehmen 1.351.740 Stück zu Kursen zwischen 26,42 und 27,26 Euro zurück. Der Rückkauf bleibt damit ein zentraler Baustein der Kapitalmarktstrategie des Bonner Konzerns.

Dritte Tranche mit klarem Zeitrahmen

Bereits am 13. Juli hatte die Deutsche Telekom die dritte Tranche des diesjährigen Rückkaufprogramms formell bekanntgegeben. Sie umfasst ein Teilvolumen von bis zu 560 Millionen Euro und läuft bis zum 30. September. Rückkaufprogramme dieser Größenordnung reduzieren die Zahl der ausstehenden Aktien und stützen tendenziell den Gewinn je Aktie – ein Effekt, den Anleger insbesondere in Phasen schwacher Kursentwicklung goutieren. Ergänzend hatte Vorstandsmitglied Rodrigo Francisco Diehl Ende Juni mit einem Insiderkauf über 2.000 Aktien zum Kurs von 24,64 Euro ein zusätzliches Signal aus dem eigenen Management gesetzt.

Am Markt zeigte sich die Aktie zuletzt uneinheitlich. Zum Wochenschluss legte das Papier um 1,54 Prozent zu und schloss bei 26,45 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Minus von 2,04 Prozent zu Buche, während sich der Kurs binnen 30 Tagen mit einem leichten Plus von 0,30 Prozent nahezu unverändert zeigt. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 7,70 Prozent nach unten – ein Hinweis darauf, dass die mittelfristige Erholung noch nicht abgeschlossen ist.

Deutsche Bank kappt Kursziel wegen Konkurrenzdruck

Am 21. Juli senkte Deutsche-Bank-Analyst Robert Grindle sein Kursziel für die Deutsche Telekom von 42,00 auf 40,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei „Buy“. Als Begründung nannte er schwindende Wettbewerbsvorteile durch den Satelliten-Internetdienst Starlink sowie durch das US-KI-Projekt „Stargate“. Beide Entwicklungen könnten die Wettbewerbsposition der US-Tochter T-Mobile US mittelfristig unter Druck setzen, ohne dass Grindle deshalb von seiner grundsätzlich positiven Einschätzung abrückte.

Aus der US-Tochter selbst kam derweil eine andere Diskussion: Medienberichten zufolge sorgt die Vergütung des neuen T-Mobile-US-Chefs Srini Gopalan für Kritik unter Aktionären. Trotz einer Zustimmung von 73,3 Prozent auf der Hauptversammlung wird das deutlich gestiegene Gehaltspaket im Vergleich zum Konzernchef der Muttergesellschaft kontrovers diskutiert. Für die Deutsche Telekom als Mehrheitseigentümerin bleibt das Thema vorerst eine Randnotiz, könnte aber in künftigen Governance-Debatten wieder aufflammen.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den 6. August, wenn die Deutsche Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Der Analystenkonsens rechnet mit einem Umsatz von rund 29,88 Milliarden Euro und einem Ergebnis je Aktie von 0,55 Euro. Bestätigt sich diese Erwartung, dürfte das fortlaufende Rückkaufprogramm zusätzlich an Bedeutung gewinnen, da ein stabiler operativer Cashflow die Grundlage für die geplanten Volumina bildet.

Mit Blick auf die Jahresentwicklung zeigt sich die Aktie noch deutlich im Minus: Seit Jahresanfang steht ein Rückgang von 4,82 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 17,14 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, notiert Ende Februar, trennen das Papier aktuell 23,00 Prozent. Die kommenden Wochen mit Quartalsbericht und fortlaufendem Rückkauf dürften zeigen, ob sich die Aktie von diesem Abstand lösen kann.