Preiserhöhungen in den USA, ein Führungswechsel bei T-Mobile US und ein laufendes Milliarden-Rückkaufprogramm. Die Deutsche Telekom liefert gleich mehrere Gründe für die kräftige Kurserholung am Freitag. Das Papier steigt um 2,93 Prozent auf 26,03 Euro und lässt damit die Talsohle vom Ende Juni hinter sich.
Erst vor rund zwei Wochen markierte die Aktie mit 23,54 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Jetzt liegt der Kurs schon wieder gut 10 Prozent darüber. Auf Wochensicht steht ein Plus von 3,29 Prozent, der große Verlust der vergangenen zwölf Monate von fast 15 Prozent bleibt aber bestehen.
T-Mobile US ordnet die Führung neu
Im Kernmarkt USA baut die Telekom-Tochter ihre Spitze um. Chris Sambar übernimmt das Geschäft mit Firmenkunden. André Almeida verantwortet künftig den Bereich Privatkunden und Breitband. Produktchef Mike Katz verlässt das Unternehmen, bleibt aber bis Jahresende als Berater an Bord.
Parallel zum Personalwechsel zieht T-Mobile US die Preise an. Kunden in älteren Verträgen wandern automatisch in moderne 5G-Tarife. Das kostet im Schnitt vier US-Dollar mehr pro Monat und Mobilfunkleitung. Bei bestimmten Heiminternet-Tarifen steigen die Gebühren um bis zu sechs US-Dollar.
Das Ziel dahinter: Die Migration auf die neueste Netzgeneration abschließen und die Margen im profitabelsten Geschäftsbereich des Konzerns weiter steigern. T-Mobile US bleibt der wichtigste Ertragsbringer der Bonner Mutter.
Rückkäufe laufen auf Hochtouren
Die Telekom stützt ihren Kurs zusätzlich mit eigenen Aktienkäufen. Zwischen dem 1. und 3. Juli erwarb der Konzern knapp 909.000 eigene Aktien über die Börse Xetra. Der Durchschnittspreis lag bei rund 24,74 Euro, das entspricht einem Volumen von etwa 22,5 Millionen Euro.
Diese Käufe sind Teil der dritten Tranche des Rückkaufprogramms für 2026. Bis Ende September will das Management weitere Aktien im Wert von bis zu 560 Millionen Euro erwerben. Für das Gesamtjahr plant der Konzern Rückkäufe von bis zu zwei Milliarden Euro.
Glasfaser-Ausbau läuft gegen den Trend
Während in den USA die Profitabilität zählt, treibt die Telekom in Deutschland den Netzausbau voran. Am Freitag feierte der Konzern Spatenstiche für neue Glasfaserprojekte, unter anderem in Polling und Dippoldiswalde. Allein in Polling sollen 413 Haushalte und Betriebe Zugang zu Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s erhalten.
Viele Wettbewerber drosseln wegen hoher Baukosten und schwieriger Finanzierung ihre Ausbaupläne. Die Telekom hält dagegen an ihrem Ziel fest: 2,5 Millionen neue Glasfaser-Haushalte pro Jahr.
Charttechnik zeigt Spielraum nach oben
Der aktuelle Kurs liegt noch knapp 5 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,38 Euro und rund 9 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,68 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus dem Februar fehlen noch gut 24 Prozent. Der RSI von 47,1 zeigt aber: Von einer überkauften Aktie kann keine Rede sein, nach oben bleibt Luft.
Am 6. August legt die Deutsche Telekom ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Bis dahin dürften die Fortschritte bei T-Mobile US und der Fortgang der Aktienrückkäufe die Kursrichtung mitbestimmen.
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