Die Deutsche Telekom hat heute einen neuen Mobilfunkstandort in Berlin-Heiligensee in Betrieb genommen und damit die 4G/5G-Abdeckung in der Hauptstadt erweitert. Gleichzeitig kündigte der Konzern an, bis 2029 weitere 181 Standorte im Berliner Stadtgebiet zu errichten. Der Ausbau reiht sich in eine Woche mit mehreren für Anleger relevanten Nachrichten ein – von einer angehobenen Cashflow-Prognose der US-Tochter bis zu gesenkten Kurszielen mehrerer Analysehäuser.

US-Tochter hebt Prognose, Aktionäre kritisieren Vergütung

T-Mobile US hob am 23. Juli die Jahresprognose für den freien Cashflow an, von zuvor 18,2 bis 18,6 Milliarden auf nun 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar. Das gelang trotz eines im Postpaid-Segment auf 277.000 gesunkenen Netto-Neukundenzuwachses. Die verbesserte Ertragskraft in den USA bleibt für den Mutterkonzern ein zentraler Werttreiber, macht das US-Geschäft doch einen erheblichen Teil des Konzernergebnisses aus.

Nicht alle Nachrichten aus den USA fielen positiv aus. Medienberichten zufolge kritisierten Aktionärsgruppen am 20. Juli die deutliche Ausweitung der Vergütung für den neuen CEO Srini Gopalan nach dessen Wechsel in die USA. Der Vorgang zeigt, dass der Führungswechsel bei der US-Tochter auch abseits operativer Kennzahlen für Diskussionen sorgt.

Aktienrückkauf läuft weiter

Parallel zu den operativen Entwicklungen setzt die Deutsche Telekom ihr Rückkaufprogramm fort. In einer Pflichtmitteilung bestätigte der Konzern den Erwerb von 1.353.640 eigenen Aktien im Zeitraum vom 20. bis 24. Juli, zu einem gewichteten Durchschnittskurs von rund 26,70 Euro. Das Programm signalisiert, dass das Management den aktuellen Kursbereich als Kaufgelegenheit einstuft – ein Signal, das angesichts der jüngsten Kursziel-Senkungen mehrerer Analysten an Bedeutung gewinnt.

Analysten senken Kursziele trotz positiver Einstufung

Am Montag senkte JPMorgan das Kursziel für die Aktie von 40,00 auf 38,00 Euro und verwies dabei auf aktualisierte Schätzungen für das US-Geschäft. Die Einstufung „Overweight“ blieb jedoch bestehen. Einen Tag später, am Dienstag, zog die DZ Bank nach und senkte den fairen Wert von 37,00 auf 35,00 Euro, begründet mit einer reduzierten Zielbewertung für die US-Tochter. Auch hier blieb das Anlageurteil „Kaufen“ unverändert. Beide Häuser sehen also weiterhin Aufwärtspotenzial, haben ihre Erwartungen an die US-Bewertung aber nach unten angepasst – ein Muster, das sich zuletzt bei mehreren Analysehäusern zeigte, die ihre Kursziele im Zuge der US-Neubewertung reduzierten.

Ein Stück weiter zurück liegt eine für die Bonität wichtige Entscheidung: Bereits Ende Juni hatte die Ratingagentur Fitch das Kreditrating der Deutsche Telekom von „BBB+“ auf „A-“ angehoben. Begründet wurde der Schritt mit der verbesserten finanziellen Flexibilität, die aus der starken Cashflow-Generierung in den USA resultiert. Die Anhebung liegt inzwischen mehrere Wochen zurück, unterstreicht aber weiterhin die grundsätzlich solide Bonitätseinschätzung des Konzerns.

Kursverlauf und Ausblick auf die Halbjahreszahlen

Die Aktie notiert aktuell bei 27,36 Euro und gab im heutigen Handel um 0,26 Prozent nach. Auf Wochensicht steht dennoch ein deutliches Plus von 5,03 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die zuletzt gesenkten Kursziele die Erholung nicht gebremst haben. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand jedoch minus 4,40 Prozent, das Papier notiert also weiterhin unter seinem längerfristigen Trend.

Im Blick der Anleger steht nun der 6. August, wenn die Deutsche Telekom ihren vollständigen Zwischenbericht für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Die Zahlen dürften zeigen, ob die angehobene US-Prognose und der fortgesetzte Netzausbau in Deutschland die skeptischeren Bewertungsanpassungen der Analysten rechtfertigen.