Mit dem heutigen Quartalsende verliert die Deutsche Telekom Aktie einen ihrer letzten Stabilisatoren. Die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms läuft aus — und ein Nachfolger steht noch nicht bereit.
18,6 Millionen Aktien in einem Quartal
Seit dem 2. April hat der Konzern insgesamt 18,6 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Allein in der letzten vollen Handelswoche kamen noch einmal rund 1,7 Millionen Stück hinzu. Das Volumen der zweiten Tranche belief sich auf rund 550 Millionen Euro.
Ab morgen fällt diese tägliche Nachfrage weg. Das Management hat zwar weitere Rückkäufe für 2026 in Aussicht gestellt. Einen konkreten Starttermin für eine dritte Tranche hat der Konzern bisher nicht bestätigt.
Technische Lage unter Druck
Das Timing ist ungünstig. Die Aktie markierte gestern bei 24,20 Euro ein neues 52-Wochen-Tief und schloss bei 24,85 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 11 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar fast 20 Prozent.
Der RSI liegt bei 24,9 — das signalisiert technisch stark überverkaufte Kurse. Die Aktie notiert mehr als 10 Prozent unter der 50-Tage-Linie und knapp 14 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt.
Zusätzlich belasten Berichte des „Handelsblatts“ und des „Wall Street Journals“ über strategische Überlegungen zur Holding-Struktur mit T-Mobile US. Der Konzern hat sich dazu bisher nicht geäußert.
Operative Fortschritte als Gegengewicht
Auf der Betriebsseite läuft es besser. Im Mai hat die Telekom 173.000 neue Glasfaseranschlüsse fertiggestellt. Insgesamt können nun 13,4 Millionen Haushalte und Betriebe das FTTH-Netz nutzen. Das Jahresziel von 2,5 Millionen neuen Anschlüssen liegt damit im Plan.
Hinzu kommt eine Hochstufung durch Fitch auf „A-„. Das verbessert die Finanzierungskonditionen — hilft dem Kurs kurzfristig aber wenig.
Die Aktie steht nun ohne den Puffer des Rückkaufprogramms vor der Marke von 24,20 Euro. Den nächsten fundamentalen Impuls liefert der Quartalsbericht am 6. August.
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