Am Dienstag endet das Aktienrückkaufprogramm der Deutschen Telekom. Was danach kommt, ist offen — und die technische Ausgangslage ist alles andere als komfortabel.

Rückkaufprogramm läuft aus

Bis zum 30. Juni hat die Telekom im Rahmen der zweiten Tranche ihres Rückkaufprogramms 2026 eigene Aktien für bis zu 550 Millionen Euro erworben. Mit dem Auslaufen fällt ein verlässlicher Käufer weg. Genau das macht Marktbeobachter nervös.

Die Aktie notiert mit 26,31 Euro gerade einmal 2,33 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 22. Juni. Auf Jahressicht hat das Papier fast 15 Prozent verloren. Ohne frisches institutionelles Kaufinteresse könnte die Marke von 26 Euro schnell zum Test werden.

Der RSI liegt bei 34,3 — technisch nahe an überverkauft. Das spricht kurzfristig für eine Gegenbewegung, ist aber kein Garant.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Das Paradoxe: Fundamental läuft es gut. Fitch hat die Kreditwürdigkeit der Telekom zuletzt von BBB+ auf A- angehoben. Als Begründung nannten die Analysten die starke Marktposition in Deutschland und die hohen Cashflows von T-Mobile US.

Nach einem starken ersten Quartal hat das Management die Jahresziele angehoben. Das bereinigte operative Ergebnis soll 47,5 Milliarden Euro erreichen. Der Free Cashflow nach Leasing soll mit über 19,8 Milliarden Euro einen Rekordwert markieren.

Trotzdem notiert die Aktie rund neun Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Börsenbewertung ist bemerkenswert.

Risikofaktor USA

T-Mobile US erwirtschaftet rund 56 Prozent des Konzernumsatzes. Berichte über mögliche Preiserhöhungen bei der US-Tochter nähren Spekulationen über steigende Kundenabwanderung. Obendrein will SpaceX mit seinem Satellitendienst Starlink direkt in den US-Mobilfunkmarkt einsteigen — ein zusätzlicher Wettbewerbsdruck für T-Mobile.

Hartnäckig halten sich außerdem Gerüchte über eine vollständige Fusion der Telekom mit ihrer US-Tochter zu einer neuen Holdingstruktur. Eine offizielle Bestätigung aus Bonn gibt es nicht.

Die nächsten handfesten Zahlen liefert die Telekom am 6. August, wenn sie die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt. Bis dahin dürften Nachrichten aus den USA und die Entwicklung der Anleiherenditen den Kurs bestimmen — mehr als jeder fundamentale Rückenwind.