Die Deutsche Telekom hat mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen übertroffen und reagiert mit einer deutlichen Aufstockung ihres Aktienrückkaufprogramms. Der Konzern kündigte an, das laufende Programm um 3,0 Milliarden Euro auf ein Gesamtvolumen von bis zu 5,0 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2026 zu erweitern. Die Nachricht sorgte gestern für kräftigen Auftrieb: Die Aktie schloss mit einem Plus von 6,15 Prozent bei 29,17 Euro – der stärkste Tagesgewinn seit Längerem.

Starkes operatives Geschäft treibt die Zahlen

Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz organisch um 3,3 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA nach Leasing wuchs organisch sogar um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro, der bereinigte Konzernüberschuss kletterte auf 2,8 Milliarden Euro. Auf Basis dieser Entwicklung hob die Telekom ihre Prognose für den freien Cashflow nach Leasing für das laufende Geschäftsjahr von zuvor „mehr als 19,8 Milliarden Euro“ auf nun „rund 20,0 Milliarden Euro“ an. Die Ziele für das bereinigte EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und für das bereinigte Ergebnis je Aktie von etwa 2,20 Euro bestätigte der Konzern unverändert.

Getragen wurde das Wachstum maßgeblich vom deutschen Heimatmarkt. Bei MagentaTV verzeichnete die Telekom rund 1,0 Millionen neue TV-Kunden, ein Zuwachs, der wesentlich durch die Fußball-Weltmeisterschaft befeuert wurde.

Rückkauf läuft bereits auf Hochtouren

Dass der Konzern beim Kapitalmanagement Ernst macht, zeigt der Blick in die Details: Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb die Telekom weitere 1.336.149 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 27,13 Euro. Seit dem 1. Juli summierte sich das genutzte Volumen damit auf insgesamt 6.363.064 Aktien. Die zusätzliche, nun beschlossene Tranche von 3,0 Milliarden Euro soll ab dem 10. August starten und bis zum 22. Dezember abgeschlossen sein. Anleger erhalten damit über Monate hinweg einen verlässlichen Nachfragefaktor für die Aktie – ein Umstand, der die jüngste Kursdynamik zusätzlich stützen dürfte.

Analysten reagieren positiv

JPMorgan bestätigte am Donnerstag die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 38,00 Euro. Analyst Akhil Dattani hob hervor, dass insbesondere das operative Geschäft in Deutschland und Europa – also ohne die US-Tochter – die Markterwartungen leicht übertroffen habe. Auch Berenberg und Bernstein Research äußerten sich am selben Tag positiv zu den Quartalszahlen und verwiesen auf die starke operative Dynamik im deutschen Heimatmarkt.

Mit dem gestrigen Kurssprung hat die Aktie einen Teil der Verluste der vergangenen Monate wettgemacht, notiert aber weiterhin 15,08 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro. Die Erholung fällt damit deutlich aus, ohne dass der Titel bereits wieder in der Nähe seiner Jahreshochs handelt.

US-Tochter mit starkem Quartal, aber neuen Fragezeichen

Auch T-Mobile US legte robuste Zahlen vor: Der Service-Umsatz stieg im zweiten Quartal um 8,9 Prozent auf 19,0 Milliarden US-Dollar, das Ergebnis je Aktie lag bei 2,99 US-Dollar und damit deutlich über der Konsensschätzung von 2,59 US-Dollar.

Überschattet wird der operative Erfolg der US-Tochter jedoch von zwei Entwicklungen. Medienberichten zufolge lehnen Führungskräfte von T-Mobile US sowie bedeutende institutionelle Minderheitsaktionäre eine vollständige Fusion mit der Deutschen Telekom ab. Das rund 300 Milliarden US-Dollar schwere Vorhaben gilt wegen regulatorischer Bedenken und Widerständen gegen das langsamere Wachstum der deutschen Mutter vorerst als gescheitert. Zudem kündigte SpaceX an, für seinen Satellitendienst Starlink eine eigene terrestrische Mobilfunk-Infrastruktur aufzubauen – ein Schritt, der am Markt als möglicher künftiger Wettbewerbsdruck auf T-Mobile US gewertet wird.

Für die Deutsche Telekom bleibt damit die Kapitalrückführung an die eigenen Aktionäre der zentrale kurzfristige Werttreiber, während sich um die US-Beteiligung neue strategische Fragen auftun.