Der größte Engpass beim Glasfaserausbau ist oft nicht das Geld. Es ist die Bürokratie vor Ort. Die Deutsche Telekom testet deshalb in Bayern einen neuen Ansatz. In der Kommune Abensberg erprobt der Konzern ein beschleunigtes Verfahren. Das Ziel: Weniger Papierkram, mehr Anschlüsse.

Der „Abensberger Weg“

Das bayerische Projekt soll als Blaupause dienen. Die Telekom plant dort rund 6.300 Haushalte und Betriebe eigenwirtschaftlich anzuschließen. Dabei setzt das Unternehmen auf schlankere Genehmigungsprozesse und digitale Abläufe. Die Zusammenarbeit mit der Kommune und den Baufirmen läuft direkter ab.

Ein erster Erfolg zeigt sich bereits. Der Baustart im Ortsteil Aumühle begann am 4. Mai. Das sind zwei Monate früher als ursprünglich geplant. Innerhalb von zwei Jahren will die Telekom das komplette Projekt abschließen. Später sollen andere Kommunen von diesen Erfahrungen profitieren.

Vermarktung entscheidet über Rendite

Für Anleger zählt am Ende die Wirtschaftlichkeit. Ein schnelles Netz bringt wenig, wenn Kunden es nicht nutzen. Im ersten Quartal meldete die Telekom bundesweit 13 Millionen ausbaufähige Haushalte. Davon haben 2,2 Millionen einen aktiven Vertrag gebucht.

Die bundesweite Nutzungsrate stieg damit auf gut 17 Prozent. Abensberg sticht hier deutlich heraus. Dort verzeichnet der Konzern bereits eine Vermarktungsquote von 30 Prozent. Solche hohen Quoten verbessern die Rendite der teuren Netzinvestitionen spürbar.

Aktie sucht nach Schwung

An der Börse verpufft die operative Fantasie derzeit. Die Aktie notiert bei 27,66 Euro und gibt leicht um 0,25 Prozent nach. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf knapp vier Prozent.

Auch charttechnisch trübt sich das Bild ein. Der Kurs rutschte zuletzt unter die 50-Tage-Linie bei 28,94 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen der Aktie aktuell fast 20 Prozent. Operative Fortschritte allein reichen momentan nicht, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Der nächste Impuls für den Aktienkurs steht bereits im Kalender. Am 6. August präsentiert die Deutsche Telekom die Zahlen für das zweite Quartal. Dann wird der Vorstand auch belegen müssen, wie sich die bundesweiten Vermarktungsquoten weiterentwickeln.