Wochenlang standen die Zeichen auf Konfrontation. Mehr als 32.000 Beschäftigte legten zeitweise die Arbeit nieder. Nun herrscht Gewissheit bei der Deutschen Telekom. Die Gewerkschaft ver.di hat das ausgehandelte Tarifpaket final angenommen. Damit endet ein kräftezehrender Arbeitskampf.
Details zum neuen Tarifvertrag
Der Bonner Telekommunikationsriese erkauft sich Planungssicherheit. Das neue Vertragswerk sieht gestaffelte Gehaltssprünge vor. Im August 2026 steigt das zusätzliche Monatsentgelt auf bis zu 340 Euro. Knapp ein Jahr später klettert dieser Betrag auf 480 Euro.
Im Juni 2028 folgt ein weiteres Plus von 2,4 Prozent. Für Beschäftigte mit einem durchschnittlichen Einkommen summiert sich das auf einen Zuwachs von 8,5 Prozent. Niedrigere Lohngruppen profitieren prozentual noch stärker.
Die Einigung bringt den Mitarbeitern auch Einmalzahlungen. Gewerkschaftsmitglieder erhalten sofort 440 Euro. Eine weitere Prämie fließt bei fortgesetzter Mitgliedschaft. Im Gegenzug schließt die Telekom betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 komplett aus.
Rückenwind aus den USA
Abseits des Personalressorts liefert das US-Geschäft gute Nachrichten. T-Mobile US schüttet eine vierteljährliche Dividende von 1,02 US-Dollar je Aktie aus. Zahltag ist der 10. September 2026. Das sichert den Bonnern einen stetigen Geldfluss. Das US-Segment generiert schließlich rund zwei Drittel des gesamten Konzernumsatzes.
Parallel dazu treibt die Geschäftskundensparte T-Systems eine KI-Offensive voran. Gemeinsam mit SupplyOn will das Unternehmen industrielle Lieferketten in Europa automatisieren. Auch der heimische Glasfaserausbau läuft weiter. Neue Projekte in Herten, Lohmar und im Landkreis Cuxhaven sollen Tausende Haushalte ans schnelle Netz bringen.
Aktie im überverkauften Bereich
An der Börse sorgte die Einigung vorerst nicht für Euphorie. Die Aktie beendete den Freitagshandel bei 26,72 Euro. Die Folge: Der Kurs rutschte deutlich unter den 50-Tage-Durchschnitt. Auf Monatssicht steht ein Minus von gut acht Prozent.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch aus dem Februar beträgt mittlerweile mehr als 22 Prozent. Der Relative Strength Index signalisiert mit einem Wert von 33,3 eine fast überverkaufte Situation. Das könnte kurzfristig Schnäppchenjäger anlocken.
Die nächste Bewährungsprobe folgt im Sommer. Am 6. August 2026 präsentiert der Vorstand die frischen Quartalszahlen. Dann wird sichtbar, wie stark die höheren Personalkosten auf die Profitabilität drücken.
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