Die Deutsche Telekom steuert auf ihren Halbjahresbericht zu, während Analysten ihre Schätzungen für den US-Ableger T-Mobile US nach unten korrigieren. JPMorgan kappte das Kursziel für die Bonner Aktie deutlich, ließ die Einstufung aber unangetastet. Parallel dazu treibt der Konzern sein laufendes Aktienrückkaufprogramm unbeirrt voran.

JPMorgan kappt Kursziel wegen T-Mobile US

JPMorgan-Analyst Akhil Dattani senkte das Kursziel für die Deutsche Telekom von 40 auf 38 Euro, bestätigte jedoch die Einstufung „Overweight“. Als Begründung nannte er aktualisierte Schätzungen für T-Mobile US, auf deren Basis JPMorgan auch die Konzernumsatz- und die operativen Ergebnisprognosen für die Deutsche Telekom reduzierte. Die Studie datiert vom 24. Juli, wurde aber erst in den vergangenen Tagen breiter aufgegriffen.

Der Blick über den Atlantik erklärt die Zurückhaltung: T-Mobile US wies für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 2,99 US-Dollar aus, nach 2,84 US-Dollar im Vorjahr, bei einem Umsatz von 22,79 Milliarden US-Dollar und einem Plus von 7,85 Prozent. Trotz dieser soliden Zahlen geriet die T-Mobile-US-Aktie am Montag unter Druck: Nach Netzausfällen bei Tausenden Nutzern in den USA, die der Störungsdienst Downdetector registrierte, schloss das Papier in New York bei 177,21 US-Dollar, ein Minus von 1,60 Prozent. UBS reagierte prompt und senkte ihr Kursziel für T-Mobile US auf 235 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Für Anleger der Deutschen Telekom bleibt damit die Entwicklung des US-Geschäfts ein zentraler Faktor für die Bewertung der Muttergesellschaft.

Aktienrückkauf läuft unvermindert weiter

Unbeeindruckt von der Kurszielsenkung setzt die Deutsche Telekom ihr Rückkaufprogramm fort. Zwischen dem 20. und 24. Juli erwarb der Konzern insgesamt 1.353.640 eigene Aktien zu gewichteten Durchschnittskursen zwischen 26,0177 und 27,0087 Euro, der Gesamtkaufpreis belief sich ohne Erwerbskosten auf rund 36,1 Millionen Euro. Seit Programmstart am 1. Juli hat die Deutsche Telekom damit bereits mehr als fünf Millionen Aktien zurückgekauft – konkret 5.026.915 Stück. Das kontinuierliche Volumen signalisiert, dass der Konzern trotz schwankender Kursziele der Analysten an seiner Kapitalrückführungsstrategie festhält.

Zusätzlich bestätigte die Deutsche Telekom den Termin für die Veröffentlichung ihrer Finanzberichte zum ersten Halbjahr und zweiten Quartal: Am 6. August legt der Konzern Zahlen auf Deutsch und Englisch vor. Bis dahin dürfte die Aktie im Spannungsfeld zwischen den gesenkten US-Schätzungen und der Frage stehen, wie robust das operative Geschäft im Heimatmarkt tatsächlich läuft.

Kurs zeigt Erholungstendenz, bleibt aber unter Jahreshoch

Am Markt zeigte sich die Aktie zuletzt widerstandsfähig. Am Montag schloss sie bei 26,92 Euro, ein Tagesplus von 1,55 Prozent. Vom 200-Tage-Durchschnitt trennen das Papier damit noch 6,02 Prozent nach unten – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den längerfristigen Abwärtstrend noch nicht vollständig ausgeglichen hat. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie weiterhin im Minus, und auch auf Sicht von zwölf Monaten notiert sie deutlich niedriger als vor einem Jahr.

Für Anleger dürfte der 6. August damit zum nächsten wichtigen Prüfstein werden: Erst die konkreten Halbjahreszahlen werden zeigen, ob die von JPMorgan skizzierten Belastungen aus dem US-Geschäft tatsächlich auf die Konzernprognose durchschlagen – oder ob das laufende Rückkaufprogramm und ein stabiles Europageschäft die Kursziel-Skepsis relativieren können.