Die Deutsche Telekom steuert auf einen entscheidenden Termin zu: Am Donnerstag legt der Bonner Konzern seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Parallel dazu sorgt ein Medienbericht über angeblichen internen Widerstand gegen eine mögliche Großfusion für Gesprächsstoff unter Anlegern.

Q1-Zahlen als Blaupause für die Erwartungen

Vor dem Blick auf das zweite Quartal lohnt der Rückblick auf die zuletzt gemeldeten Geschäftszahlen. Im ersten Quartal 2026 steigerte die Deutsche Telekom das bereinigte EBITDA AL auf 11,5 Milliarden Euro, ein Plus von 2,0 Prozent auf berichteter Basis und 7,5 Prozent organisch. Der Umsatz legte auf 29,9 Milliarden Euro zu, das Nettoergebnis kletterte um 6,5 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie lag bei 0,54 Euro. Für das Gesamtjahr 2026 hält der Konzern an einer Prognose von rund 47,5 Milliarden Euro EBITDA AL fest, der freie Cashflow soll die Marke von 19,8 Milliarden Euro übertreffen. Konzernchef Tim Höttges bezeichnete das Geschäft nach den Zahlen als stabil und weitgehend unbeeinflusst von konjunkturellen Störfaktoren.

Besonders die US-Tochter T-Mobile US trug zur guten Stimmung bei: Der Serviceumsatz stieg um 11,5 Prozent auf 18,9 Milliarden US-Dollar, das EBITDA AL um 12,9 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar. Mit 217.000 neuen Postpaid-Kunden im Quartal hob das Management die Jahresprognose für Nettozugänge auf eine Spanne von 950.000 bis 1.050.000 an. Im Nachgang der Zahlen zog die Telekom-Aktie um 1,65 Prozent an.

Auch das deutsche Glasfasergeschäft entwickelt sich weiter: Mittlerweile erreicht das FTTH-Netz 13 Millionen Haushalte, 2,2 Millionen Kunden nutzen den Anschluss bereits, was einer Penetrationsrate von 17,1 Prozent entspricht. Der Ausbau bleibt damit ein zentraler Wachstumstreiber für das inländische Geschäft, auch wenn Verzögerungen bei Stromanschlüssen den Mobilfunkausbau in Deutschland laut einer Bitkom-Erhebung erheblich bremsen – Planung und Bau eines Standorts dauern demnach im Schnitt ein Jahr, die Stromanbindung allein kann bis zu eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen.

Bericht über Fusionswiderstand ohne offizielle Bestätigung

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein Medienbericht, wonach sich Manager des Konzerns gegen eine mögliche Großfusion aussprechen sollen. Konkrete Details zu Umfang, Zielunternehmen oder Zeitplan des angeblichen Vorhabens nennt der Bericht nicht, eine offizielle Bestätigung seitens der Deutschen Telekom liegt bislang nicht vor. Anleger sollten die Meldung daher vorerst als unbestätigte Spekulation einordnen, nicht als beschlossene Tatsache.

Kursbild: Erholung von Jahrestief, aber noch unter altem Hoch

Am Kapitalmarkt hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Am Freitag schloss das Papier bei 26,85 Euro, ein Minus von 0,63 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 10,49 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen der Erholung seit dem 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro Ende Juni. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen der Aktie allerdings noch 21,83 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich derzeit auf 129,47 Milliarden Euro.

Für die kommende Berichtssaison bleibt der Donnerstag der entscheidende Fixpunkt: Neben der Deutschen Telekom legen an diesem Tag auch Siemens, Commerzbank und weitere DAX-Schwergewichte ihre Quartalszahlen vor. Anleger dürften vor allem darauf achten, ob sich die organische Dynamik aus dem ersten Quartal fortsetzt und ob sich die Spekulationen um eine mögliche Großfusion in den kommenden Tagen weiter konkretisieren oder verflüchtigen.