Die Deutsche Telekom beerdigt den MMS-Dienst. Zum 30. Juni 2026 schalten die Bonner die veraltete Technik endgültig ab. Für Anleger ist dieses technologische Kapitel jedoch nebensächlich. Relevanter ist ein anderes Ende. Parallel dazu läuft ein wichtiges Stützungsprogramm für die schwächelnde Aktie aus.

Wichtiger Käufer fehlt

Seit April kaufte der Konzern knapp 17 Millionen eigene Aktien zurück. Das Volumen lag bei rund 550 Millionen Euro. Heute endet diese zweite Rückkauftranche. Das Management plant zwar weitere Rückkäufe für das Gesamtjahr. Die Folge: Kurzfristig fehlt der Aktie nun ein verlässlicher Käufer.

Das passiert in einer ohnehin schwierigen Phase. Die Telekom-Aktie notiert aktuell bei 26,09 Euro. Damit liegt der Kurs nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 25,71 Euro. Auf Jahressicht steht ein Minus von fast 16 Prozent auf der Anzeigetafel.

Symbolischer Schnitt im Mobilfunk

Operativ vollzieht der Bonner Konzern derweil einen symbolischen Schnitt. Telekom, O2 und 1&1 stellen ihre MMS-Dienste ein. Vodafone hatte diesen Schritt bereits Anfang 2023 vollzogen.

Als Nachfolger etabliert sich der Standard RCS. Dieser erlaubt Bilder und Videos ohne Zusatzkosten. Auf Android-Geräten ist die Technik längst Standard. Neuere iPhones unterstützen RCS ab dem Betriebssystem iOS 18 ebenfalls. Finanziell hat die Abschaltung keine spürbaren Auswirkungen.

Operative Stärke trifft auf US-Gerüchte

Fundamental steht das Unternehmen robust da. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz organisch auf knapp 30 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.

Dennoch drückt die Unsicherheit auf den Kurs. Spekulationen über T-Mobile US und SpaceX sorgen für Nervosität. Auch Gerüchte über eine neue Holdingstruktur kursieren. Der Konzern äußert sich dazu nicht.

Für das Jahr 2026 hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Das operative Ergebnis soll auf rund 47 Milliarden Euro steigen. Am 6. August präsentiert die Deutsche Telekom die Zahlen für das zweite Quartal. Bis dahin müssen Aktionäre ohne die stützenden Aktienrückkäufe auskommen.