Während Chip- und KI-Aktien reihenweise abstürzen, hält die Deutsche Telekom stand. Am Dienstag verliert die Aktie zwar 1,73 Prozent auf 26,70 Euro. Im Vergleich zur breiten Verkaufswelle bei Technologiewerten bleibt das Papier aber ein Ruhepol.
Genau das macht den Reiz für Anleger aus. Wer angesichts der Turbulenzen bei Halbleitern und KI-Werten nach Stabilität sucht, landet derzeit bei Titeln wie der Telekom.
Operative Zahlen stützen das Bild
Die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2026 gibt dieser Sichtweise Rückenwind. Der organische Service-Umsatz kletterte um 4,6 Prozent. Das organische Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 7,5 Prozent zu.
Auch bei der Profitabilität überzeugt der Konzern. Das Ergebnis je Aktie erreichte 0,54 Euro und lag damit 16,9 Prozent über der Markterwartung. Die Telekom wächst also nicht nur beim Umsatz, sie verdient dabei auch mehr.
OpenAI-Partnerschaft verlässt die Testphase
Zusätzliche Fantasie liefert die Kooperation mit OpenAI. Laut einem Bericht von RCR Wireless vom 14. Juli ist die Partnerschaft vom Pilotprojekt in den Produktivbetrieb übergegangen. KI-Anwendungen laufen damit zunehmend im Tagesgeschäft des Konzerns.
Für die Telekom geht es dabei um mehr als ein modernes Image. Die Technologie soll Abläufe beschleunigen, Kosten senken und neue Erlösquellen erschließen.
T-Mobile US: Die ungeklärte Kapitalfrage
Ein Risiko bleibt trotz der guten Nachrichten bestehen. Die Fusionspläne der Deutschen Telekom mit der US-Tochter T-Mobile US hatten Anleger zuletzt verunsichert. Die Sorge: Für den Deal könnte eine große Kapitalerhöhung nötig werden.
Diese Frage ist weiterhin offen. Trotzdem zeigt der Markt inzwischen wieder größeres Interesse an der Aktie. Die Aussicht auf den größten Telekommunikationskonzern der Welt macht Anleger neugierig — besonders in einer Phase, in der defensive Werte gefragt sind.
Rückkaufprogramm läuft nach Plan
Parallel zur operativen Entwicklung setzt die Telekom ihr milliardenschweres Rückkaufprogramm fort. Seit Start der zweiten Tranche am 2. April 2026 kaufte der Konzern bis zum 26. Juni rund 18,6 Millionen Aktien zurück.
Das Gesamtprogramm sieht einen maximalen Einsatz von bis zu 2 Milliarden Euro vor. Es läuft seit dem 5. Januar 2026 in mehreren Tranchen bis Ende des Jahres. Für die dritte Tranche zwischen dem 1. Juli und spätestens 30. September plant das Unternehmen Mittel von bis zu 560 Millionen Euro — abgewickelt ausschließlich über Xetra.
Halbjahreszahlen als nächster Prüfstein
Am 6. August legt die Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Ergebnis je Aktie von 0,55 Euro und einem Umsatz von 29,88 Milliarden Euro. Zuletzt gab es dabei nur Aufwärtsrevisionen, keine Abwärtsrevisionen.
Aktuell notiert die Aktie rund 22 Prozent unter ihrem Februar-Hoch von 34,35 Euro, aber deutlich über dem Juni-Tief von 23,54 Euro. Bis zum 6. August entscheidet sich, ob die operative Stärke des Konzerns die Unsicherheit rund um die T-Mobile-US-Fusion in den Hintergrund drängen kann.
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