Die Deutsche Telekom-Aktie bricht ein, das Management kauft trotzdem weiter eigene Aktien zurück. Am Donnerstag verlor der Titel 4,22 Prozent und schloss bei 26,08 Euro. Binnen sieben Handelstagen summiert sich das Minus auf 3,41 Prozent. Der Bonner Konzern hält an seinem milliardenschweren Rückkaufprogramm fest — ein Kontrast, der aufhorchen lässt.
Der Rückkauf läuft weiter, komme was wolle
Anfang Juli startete die dritte Tranche des Aktienrückkaufprogramms. Der Konzern zieht sein Tempo durch. Allein in der Woche vom 13. bis 17. Juli kaufte die Telekom rund 1,35 Millionen eigene Aktien zurück. Seit Programmstart am 1. Juli sind es bereits 3,67 Millionen Stück.
Das Volumen der laufenden Tranche liegt bei bis zu 560 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr plant der Konzern bis zu 2 Milliarden Euro ein. Weniger Aktien im Umlauf sollen den Gewinn je Aktie stützen — ein klares Signal des Managements, dass es an die eigene Aktie glaubt.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der aktuelle Kurs liegt 9,03 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,67 Euro. Das zeigt: Der jüngste Rückgang ist kein Ausrutscher, sondern Teil eines längeren Abwärtstrends.
Analysten senken Ziele, halten aber an Käufen fest
Trotz der schwachen Kursentwicklung bleiben mehrere Analystenhäuser bei ihrer positiven Einschätzung. Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel von 42 auf 40 Euro, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Grund für die vorsichtigere Haltung: die veränderte Wettbewerbslandschaft.
Die Analysten verweisen auf neue Technologieanbieter im Markt. Im Vergleich zu Projekten wie Starlink von SpaceX oder dem KI-Vorhaben Stargate wirkt die Telekom nicht mehr so strahlend wie in früheren Jahren. Dennoch überwiegen für die Bank die positiven Argumente: die im Branchenvergleich günstige Bewertung und die Aussicht auf mehr Klarheit bei möglichen Fusionen und Übernahmen.
Der 6. August wird zum Test
Der nächste wichtige Termin rückt näher. Am 6. August legt die Telekom ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Dort dürfte sich zeigen, ob die operative Entwicklung mit dem Tempo der Rückkäufe mithalten kann.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro beträgt aktuell 24,08 Prozent. Das zeigt, wie weit sich der Titel von seinen Höchstständen entfernt hat. Bis zu den Quartalszahlen bleibt die charttechnische Lage angespannt, die Aktie kämpft weiter mit wichtigen Widerstandsmarken.
Für die kommenden Wochen zeichnet sich eine klare Konstellation ab: laufende Rückkäufe, mehrheitlich positive Analystenstimmen und die Quartalsbilanz am 6. August als nächster Prüfstein. Bestätigen die operativen Zahlen die Erwartungen der Analysten, könnte sich der Titel aus der Schwächephase lösen. Bleiben sie dahinter zurück, dürfte der Kursdruck anhalten.
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