Die Deutsche Telekom kauft im großen Stil eigene Aktien zurück. Allein in den ersten Junitagen flossen über 72 Millionen Euro in das Programm. Starke Nachfrage trifft hier auf einen zähen Kursverlauf. Bei der Aktie klaffen Anspruch und Marktrealität derzeit auseinander.
Tempo bleibt hoch
Offizielle Daten belegen die hohe Schlagzahl. Zwischen dem 1. und 5. Juni erwarb der Konzern rund 1,58 Millionen eigene Papiere. Das entspricht einem Volumen von gut 45 Millionen Euro. Die Abwicklung erfolgte über Xetra.
Anschließend ließ der Schwung nicht nach. Vom 8. bis 10. Juni sammelte die Telekom weitere 971.000 Aktien ein. Dafür zahlte das Unternehmen knapp 27 Millionen Euro.
Angebot sinkt spürbar
Seit April hat der DAX-Konzern mehr als 13,6 Millionen Aktien vom Markt genommen. Die laufende Tranche endet Ende Juni.
Für das Gesamtjahr 2026 plant das Management Rückkäufe von bis zu zwei Milliarden Euro. Das Ziel: Der Konzern zieht einen Großteil der Titel ein. Das verknappt das Angebot auf dem Markt. Rechnerisch steigt dadurch der Gewinn je Aktie. Einen kleinen Rest nutzt das Unternehmen für interne Vergütungsprogramme.
An der Börse verpufft die Wirkung bislang. Am Freitag schloss das Papier bei 28,33 Euro. Seit Jahresbeginn steht lediglich ein mageres Plus von 1,65 Prozent auf der Tafel.
Auf Jahressicht verbuchen Anleger deutliche Kursverluste. Der wichtige 200-Tage-Durchschnitt bei 29,00 Euro fungiert aktuell als Widerstand. Er liegt knapp über dem derzeitigen Kursniveau.
Operativer Rückenwind und Streik-Ende
Operativ läuft es deutlich runder. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz organisch auf knapp 30 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte auf 11,5 Milliarden Euro. Daraufhin hob der Vorstand die Jahresziele an.
Parallel dazu steht eine wichtige Hürde vor dem Abschluss. Die Gewerkschaft ver.di stimmt bis zum 19. Juni über einen neuen Tarifvertrag ab. Das Paket regelt schrittweise Lohnsteigerungen.
Ein positives Votum beendet das Streikrisiko. Das macht die inländischen Personalkosten für das Management wieder verlässlich planbar. Der nächste finanzielle Meilenstein folgt am 6. August mit den neuen Quartalszahlen.
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