Die Deutsche Telekom-Aktie legt am Freitag 3,40 Prozent zu und schließt bei 26,15 Euro. Damit führt das Papier den DAX an. Nach Wochen mit Abwärtsdruck steht die Aktie nun an einer entscheidenden charttechnischen Marke.

Auf Wochensicht steht ein Plus von 3,85 Prozent zu Buche. Der Blick auf die vergangenen 30 Tage zeigt allerdings noch ein Minus von 8,18 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 6,17 Prozent im Minus, binnen zwölf Monaten sogar 14,54 Prozent.

Entscheidung an der 26-Euro-Zone

Die jüngste Erholung steht laut Chartanalysten noch auf wackeligen Beinen. Seit Tagen läuft eine Aufwärtsbewegung, auch andere Aktien aus der Telekombranche legen zu. Der DAX-Wert kämpft aktuell um den Ausbruch über die 20-Tage-Linie und über die Widerstände bei 26,00 bis 26,18 Euro sowie 26,50 Euro.

Ein nachhaltiger Ausbruch wäre aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Ein Rückfall über die 26,00- bis 26,50-Euro-Zone hinaus wäre ein Kaufsignal, im besten Fall verbunden mit nachlassendem Verkaufsdruck. Der Chaikin Money Flow bleibt mit -0,10 spürbar negativ. Der Kapitalfluss in der Aktie zieht bei der Erholung also noch nicht mit.

Die Kennzahlen zeigen, wie nah die Widerstände liegen. Die Aktie notiert aktuell 4,48 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 27,38 Euro und 9,08 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,76 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro trennen das Papier noch fast 24 Prozent.

Analysten bleiben trotz Kursrutsch optimistisch

Während der Chart keine klare Richtung liefert, fällt das fundamentale Urteil deutlich positiver aus. JPMorgan bleibt bei der Telekom-Aktie mit einem Kursziel von 40 Euro und der Einstufung „Overweight“ klar im Lager der Optimisten. Für den Kursrückgang seit den Höchstständen im März 2025 macht die Bank ein Bündel aus strategischen und längerfristigen Unsicherheiten verantwortlich. Eine spürbare Aufhellung der Perspektiven erwartet JPMorgan erst über mehrere Quartale hinweg.

Auch der breitere Analystenkonsens fällt eindeutig aus. Das JPMorgan-Ziel liegt rund 54 Prozent über dem aktuellen Kurs. 17 Analysten raten geschlossen zum Kauf, der Konsens lautet „Strong Buy“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 37,69 Euro.

Zusätzlichen Rückenwind liefert Morningstar. Die Analysten stuften die Telekom zuletzt auf fünf Sterne hoch. Beim US-ADR (DTEGY) sehen sie einen fairen Wert von 44 US-Dollar – rund 35 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Handelsvolumen bestätigt die Bewegung noch nicht

Ein Wermutstropfen bleibt für Anleger, die auf eine nachhaltige Trendwende hoffen: Ein auffällig hohes Handelsvolumen stützt den jüngsten Anstieg bislang nicht. Die Bewegung wirkt eher von Nachrichtenlage und Stimmung getragen als von echtem Kaufdruck.

Das deckt sich mit dem RSI-Wert von 48,2. Er zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation an und lässt damit Raum in beide Richtungen. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 31,57 Prozent bleibt das Papier zudem schwankungsanfällig.

Rückkaufprogramm als struktureller Stabilisator

Unabhängig von der Charttechnik liefert das laufende Aktienrückkaufprogramm einen kontinuierlichen Nachfrageimpuls. Allein vom 1. bis 3. Juli 2026 kaufte die Telekom im Rahmen der dritten Tranche 908.705 eigene Aktien zurück. Für diese Tranche sind bis Ende September 560 Millionen Euro über Xetra vorgesehen, das Gesamtprogramm 2026 zielt auf 2 Milliarden Euro. Solche Käufe wirken bei Kursrückgängen als kontinuierliche Nachfragequelle.

Für die kommende Handelswoche bleibt die 26,00- bis 26,50-Euro-Zone die entscheidende Hürde. Gelingt der nachhaltige Ausbruch, rückt der 50-Tage-Durchschnitt bei 27,38 Euro als nächstes Etappenziel in den Blick. Erst darüber würden nach Einschätzung der Chartanalysten prozyklische Kaufsignale entstehen. Am 23. Juli legt T-Mobile US seine Quartalszahlen vor – ein möglicher nächster Kurstreiber für die Telekom-Aktie.