Die Deutsche Telekom verliert am Donnerstag im DAX-Handel deutlich an Boden. Am 9. Juli 2026 fällt die Aktie um 1,68 Prozent. Der Grund: Barclays kappt das Kursziel, während der Konzern parallel Milliarden in eigene Aktien steckt.
Barclays senkt Kursziel, bleibt aber optimistisch
Barclays reduziert das Kursziel für die Deutsche Telekom von 39,50 auf 36,50 Euro. Die Einstufung „Overweight“ bleibt jedoch bestehen. Die Bonner Aktie sei der Branche 2026 deutlich hinterhergelaufen, begründet die Bank ihren Schritt.
Als Gründe nennt Barclays drei Risikofaktoren. Erstens verschlechtert sich das Wettbewerbsumfeld in den USA. Zweitens bedrohen Satelliten-Anbieter das klassische Breitbandgeschäft. Drittens könnte eine mögliche Holding-Struktur mit T-Mobile US zulasten der Telekom-Aktionäre gehen.
Trotz der Kürzung sieht der Analyst Chancen. Das aktuelle Kursniveau preise bereits sehr negative Szenarien ein – zu deutlich für seinen Geschmack. Am 30. Juni 2026 markierte die Aktie mit 23,88 Euro ein neues 12-Monats-Tief.
Rückkaufprogramm läuft unvermindert weiter
Trotz der schwachen Kursentwicklung hält der Konzern an seinem Rückkaufprogramm fest. Zwischen dem 1. und 3. Juli 2026 kaufte die Deutsche Telekom 908.705 eigene Aktien über Xetra. Der durchschnittliche Tagespreis lag bei 24,74 Euro, der Gesamtwert bei rund 22,48 Millionen Euro.
Damit wächst das Gesamtvolumen der laufenden Aktion. Bis zum 30. Juni erreichten die Rückkäufe seit April 19,37 Millionen Aktien. Inklusive der Julikäufe summiert sich das Programm auf etwa 20,28 Millionen Aktien.
Das im November 2025 beschlossene Programm hat ein Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro. Es läuft bis Ende 2026. Die aktuelle dritte Tranche sieht den Rückkauf von bis zu 23,5 Millionen Aktien vor. Das Volumen beträgt maximal 560 Millionen Euro, die Frist endet am 30. September 2026.
T-Mobile US und Wettbewerbsdruck im Fokus
Die Skepsis der Analysten speist sich auch aus Unsicherheiten rund um die US-Tochter. Marktbeobachter verweisen auf spekulative Berichte über eine engere Verzahnung mit T-Mobile US. Der Konzern hat dies bislang nicht offiziell bestätigt.
Hinzu kommt wachsender Wettbewerb durch Satelliten-Internet-Anbieter. Diese setzen das klassische Breitbandgeschäft in den USA zunehmend unter Druck. Seit Jahresbeginn 2026 verlor die Telekom-Aktie bereits 6,94 Prozent.
Ausblick: Q2-Zahlen am 6. August
Am 6. August 2026 veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Ergebnisse für das zweite Quartal. Bis dahin dürfte das Zusammenspiel aus Rückkäufen, Kurszielsenkung und US-Spekulationen die Stimmung um die Aktie prägen.
Für einkommensorientierte Anleger bleibt die Dividendenrendite ein Argument. Mit rund 3,13 Prozent bietet die Deutsche Telekom aktuell eine laufende Verzinsung.
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