Die Aktie der Deutschen Telekom fällt am Donnerstag um 1,80 Prozent auf 25,12 Euro. Damit rutscht das Papier weiter von seinen langfristigen Durchschnittslinien ab. Operativ läuft es beim Bonner Konzern eigentlich gut. Am Markt dominiert trotzdem die Skepsis.

Barclays kappt Kursziel, Kaufempfehlung bleibt

Barclays hat im Juli sein Kursziel für die Telekom-Aktie von 39,50 Euro auf 36,50 Euro gesenkt. Die Kaufempfehlung bestätigen die Analysten dennoch. Sie sehen weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.

Die Kürzung hat einen makroökonomischen Hintergrund. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte zuletzt auf 3,09 Prozent. Das belastet zinssensitive Aktien wie die Telekom besonders stark. Hinzu kommt eine gesenkte Wachstumsprognose: Der IWF erwartet für Deutschland 2026 nur noch ein Wachstum von 0,7 Prozent.

T-Mobile US zwingt Millionen Kunden zum Tarifwechsel

Die wichtigste Ertragssäule des Konzerns sorgt derweil für eigene Schlagzeilen. T-Mobile US stellt rund acht Millionen Kunden von alten Tarifen wie Simple Choice oder Magenta auf neue „Experience“-Pläne um. Für viele Nutzer bedeutet das höhere Preise — bis zu 6 US-Dollar mehr pro Monat und Leitung.

Das Management begründet den Schritt mit technischer Vereinfachung. Kunden sollen zudem Zugang zu modernen 5G-Funktionen erhalten. Kurzfristig dürfte die Umstellung den Serviceumsatz stützen. Erste Berichte zeigen aber auch Unmut unter langjährigen Abonnenten.

Morgan Stanley bestätigt T-Mobile US trotzdem als „Top-Pick“. Das Kursziel senkt die Bank aber von 260 auf 230 US-Dollar. Grund ist der wachsende Wettbewerb durch Satelliten-Internet-Anbieter wie Starlink.

Telekom profitiert von schwacher Konkurrenz

Im deutschen Glasfasermarkt zeigt sich ein ungewöhnliches Bild. Viele Wettbewerber korrigieren ihre Ausbauziele nach unten. Gestiegene Baukosten und Finanzierungsprobleme zwingen sie dazu.

Die Deutsche Telekom nutzt diese Lücke. Der Konzern übernimmt punktuell sogar gestoppte Projekte der Konkurrenz. Erst heute erfolgte in Reinbek der Spatenstich für ein weiteres Glasfaserprojekt. Diese operative Stärke bildet einen deutlichen Kontrast zur Kursentwicklung: Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 9,87 Prozent verloren.

Charttechnik zeigt überverkaufte Zone

Der aktuelle Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,41 Euro und der 200-Tage-Linie von 28,70 Euro. Der 14-Tage-RSI von 38,2 signalisiert allerdings eine zunehmend überverkaufte Situation. Das könnte kurzfristige Gegenbewegungen auslösen.

Die nächste wichtige Unterstützung liegt beim 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro. Dieses Tief stammt erst von Ende Juni. Der Abstand zum aktuellen Kurs beträgt nur noch gut sechs Prozent.

Am 6. August 2026 legt die Deutsche Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vor. Dann zeigt sich, ob die angehobene Jahresprognose hält. Der Konzern rechnet für 2026 mit einem bereinigten EBITDA von rund 47,5 Milliarden Euro.