Am Freitag schloss die Aktie der Deutschen Telekom bei 27,09 Euro. Damit notiert der Wert 5,5 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Neben einer Abstufung durch Analysten sorgten vor allem Diskussionen über die künftige Struktur des US-Geschäfts für Gesprächsstoff.

Skepsis bezüglich US-Transaktionen und Festnetz

Das Analysehaus Bernstein senkte die Einstufung für den DAX-Konzern von „Outperform“ auf „Market Perform“. Die Experten begründeten diesen Schritt mit dem zunehmenden Wettbewerb im deutschen Heimatmarkt. Zudem belaste der anhaltende Margendruck im traditionellen Festnetzgeschäft die Ertragsaussichten.

Auch mit Blick auf Nordamerika äußerten sich die Analysten zurückhaltender. Sie bezweifeln das Synergiepotenzial möglicher künftiger US-Transaktionen. Die US-Tochter T-Mobile US galt über Jahre hinweg als wichtigster Wachstumstreiber des Konzerns. Entsprechend sensibel reagieren Marktbeobachter, sobald die Dynamik jenseits des Atlantiks hinterfragt wird.

Datenschutz-Negativpreis wegen US-Plänen

Für zusätzliche Unruhe sorgte eine Auszeichnung der negativen Art. Die Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage verlieh der Deutschen Telekom am Freitag in Bielefeld einen Big Brother Award in der Kategorie Präventiv.

Hintergrund sind Spekulationen über Pläne, die Bonner Konzernmutter mit der Tochter T-Mobile US in einer gemeinsamen Holding zu verschmelzen. Datenschützer äußerten die Sorge, deutsche Kommunikationsdaten könnten dadurch US-Gesetzen wie dem Cloud Act unterworfen werden.

Die Reaktion aus der Konzernzentrale folgte prompt. Ein Sprecher der Deutschen Telekom stellte klar, dass das Unternehmen einen Preis, der auf unbestätigten Gerüchten beruhe, weder annehmen noch kommentieren werde. Offizielle Beschlüsse für eine derartige gesellschaftsrechtliche Zusammenführung liegen bislang nicht vor.

Netzausbau und Blick auf den Investorentag

Abseits der Markt- und Fusionsdebatten setzt der Konzern den operativen Ausbau der Infrastruktur fort. In mehreren Bundesländern wurden neue Mobilfunkstandorte in Betrieb genommen. Zugleich zeichnet sich beim künftigen Bahnfunk Entlastung ab: Nach einem Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums könnte der Bund die Errichtungskosten für Masten entlang der Schienen übernehmen, sofern Mobilfunkbetreiber die aktive Sendetechnik einbringen.

Im Geschäftskundenbereich setzt die Tochter T-Systems Austria über eine Partnerschaft mit dem Start-up fonio verstärkt auf automatisierte Sprachassistenten. Auf Konzernebene rückt nun die technologische Positionierung in den Mittelpunkt. Am 5. Oktober veranstaltet die Deutsche Telekom einen Investorentag zum Thema künstliche Intelligenz.