Starlink galt zuletzt als Bedrohung für klassische Mobilfunknetze. Eine neue Analyse der Bank of America räumt mit dieser Sorge auf. Für die Deutsche Telekom und ihre US-Tochter T-Mobile US kommt das genau richtig.
Analysten entwarnen bei T-Mobile US
Die Bank of America hat ihre Einschätzung zu T-Mobile US am Montag deutlich verändert. Analyst Michael Funk stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch. Sein neues Kursziel: 220 US-Dollar.
Der Grund liegt in der Marktstruktur der USA. In Großstädten erreicht T-Mobile US einen Haushaltsanteil von rund 50 Prozent. Genau dort stößt Starlink an technische Grenzen.
Satelliteninternet funktioniert gut in ländlichen Gebieten ohne Netzabdeckung. In dicht besiedelten Städten kann die Technologie mit leistungsstarken 5G-Netzen aber nicht mithalten. T-Mobile US profitierte von dieser Einschätzung bereits am dritten Handelstag in Folge mit Kursgewinnen.
Konkurrenz kommt nicht hinterher
Auch die Regulierung spielt eine Rolle. Die US-Behörde FCC diskutiert aktuell über lockerere Regeln für Satelliten im niedrigen Erdorbit. Das würde schnellere Dienste ermöglichen, wirft aber neue Fragen zu Störungen mit bestehenden Netzen auf.
Wichtiger für die Wettbewerbslage ist der Blick auf die Konkurrenz von SpaceX. Starlink hat bereits mehr als 10.000 Satelliten im All. Die Verfolger liegen weit zurück:
- Amazon Project Kuiper: 396 gestartete Satelliten, kommerzieller Start frühestens Mitte 2026 geplant
- Qianfan (China): 200 Satelliten erreicht, liegt bei Zeitplan und Kosten hinter den eigenen Zielen zurück
Diese Verzögerungen stützen ein klares Bild: Etablierte Netzbetreiber wie T-Mobile US behalten vorerst die Oberhand.
Aktienrückkauf läuft weiter
Parallel zur guten Nachricht aus den USA setzt die Deutsche Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm fort. Laut einer Kapitalmarktinformation vom 6. Juli 2026 erwarb der Konzern zwischen dem 29. und 30. Juni weitere 727.344 eigene Aktien über die Börse Xetra.
Der gewichtete Durchschnittskurs lag bei 24,79 Euro. Das entspricht einem Volumen von rund 18 Millionen Euro. Seit Programmstart am 2. April 2026 hat die Telekom damit insgesamt 19.372.365 eigene Aktien zurückgekauft.
Telekom schlägt sich besser als die US-Konkurrenz
Der DAX markierte am Montag mit 25.818 Punkten ein neues Rekordhoch. Die Telekom-Aktie zeigt sich in diesem robusten Umfeld stabil.
Im direkten Vergleich mit den US-Wettbewerbern steht T-Mobile US trotz eines Kursminus von 10 Prozent seit Jahresbeginn gut da. AT&T verlor im gleichen Zeitraum 17 Prozent. Nur Verizon liegt mit einem Plus von 3,5 Prozent vorn.
Für die Deutsche Telekom ergibt sich damit ein Bild aus mehreren stabilisierenden Faktoren: eine überschätzte Satelliten-Konkurrenz in den USA, eine schwächelnde Konkurrenz und ein Rückkaufprogramm, das die Aktienzahl kontinuierlich reduziert. Die nächste Handelswoche zeigt, ob die BofA-Einschätzung auch bei anderen Analysehäusern Nachahmer findet.
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