Die Deutsche Telekom hat am 6. August ihre Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt – und dabei die Jahresprognose nach oben korrigiert. Der Konzern rechnet nun mit einem freien Cashflow von rund 20,0 Milliarden Euro, nachdem zuvor lediglich „mehr als 19,8 Milliarden Euro“ in Aussicht gestellt worden waren. Das operative Geschäft liefert damit die Grundlage für weitere Kapitalrückführungen und Zukäufe.
Der Nettoumsatz stieg im zweiten Quartal auf 29,9 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch deutlicher fiel das Wachstum beim bereinigten EBITDA AL aus: Es kletterte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Damit wächst die operative Marge schneller als der Umsatz – ein Signal für steigende Profitabilität im Kerngeschäft.
Expansion in Polen als strategischer Nebenschauplatz
Parallel zur Zahlenvorlage trieb die Deutsche Telekom ihre Wachstumsstrategie in Osteuropa voran. Vor rund einer Woche vereinbarte der Konzern den Erwerb der Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management für einen Unternehmenswert von rund einer Milliarde Euro.
Die Transaktion bringt rund 300.000 Inea-Kunden in Polen sowie Zugang zu einem Glasfasernetz, das mehr als 1,4 Millionen Haushalte erreicht. Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der Wettbewerbsbehörden und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.
Die Übernahme passt zum Bild eines Konzerns, der trotz laufender Milliarden-Rückkäufe finanziellen Spielraum für Zukäufe hat. Der bereits vor rund zwei Wochen aufgestockte Aktien-Rückkauf – zusammen bis zu 5 Milliarden Euro bis Jahresende – belastet die Investitionsfähigkeit offenbar nicht spürbar.
US-Fusionspläne vom Tisch
Weniger erfreulich für Anleger, die auf eine Konsolidierung mit T-Mobile US gehofft hatten: Medienberichten zufolge haben Führungskräfte von T-Mobile US der Deutschen Telekom Anfang August mitgeteilt, eine mögliche 300-Milliarden-Dollar-Fusion nicht mehr zu unterstützen.
Als Gründe werden Bedenken von Aktionären und potenzielle regulatorische Hürden genannt. Für die Aktie war das kein belastendes Ereignis, wie der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt – die operative Stärke des Konzerns überstrahlt offenbar strategische Rückschläge auf der Fusionsseite.
Kursreaktion und Ausblick
Die Aktie notiert aktuell bei 29,15 Euro und legt am heutigen Montag um 1,0 Prozent zu. Seit dem Vorquartalstief hat sich das Papier deutlich erholt, bleibt aber rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus dem Februar. Die Kombination aus angehobener Guidance, laufenden Zukäufen und einem umfangreichen Rückkaufprogramm dürfte die fundamentale Basis für die kommenden Monate bilden.
Im Blick der Anleger stehen als Nächstes zwei Termine: Am 5. Oktober veranstaltet der Konzern ein Investoren-Event zu seinen KI-Aktivitäten, am 5. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal 2026. Beide Termine dürften zeigen, ob sich das starke zweite Quartal fortsetzt.
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