Die Deutsche Telekom hat mit ihren Quartalszahlen gezeigt, dass das operative Geschäft unabhängig vom Ausgang der T-Mobile-Fusionsgespräche auf Kurs bleibt. Der Konzern steigerte den Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf 29,9 Milliarden Euro, organisch wuchs das Geschäft um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA AL kletterte auf 11,8 Milliarden Euro und übertraf damit die Konsensschätzung von 11,7 Milliarden Euro.

Besonders deutlich fiel die Entwicklung beim freien Cashflow aus: Er stieg um 3,1 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro, der bereinigte Nettogewinn legte um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu.

Für das Gesamtjahr hob der Konzern seine Prognose für den freien Cashflow von zuvor über 19,8 Milliarden Euro auf rund 20,0 Milliarden Euro an. Über das erste Halbjahr betrachtet wuchs der Umsatz organisch um 3,9 Prozent, das EBITDA um 7,4 Prozent, das bereinigte Gewinn je Aktie um 10,3 Prozent.

US-Geschäft liefert trotz gescheiterter Fusion

Die Ablehnung der geplanten Fusion mit T-Mobile US durch die amerikanische Tochter am vergangenen Samstag hatte für Aufsehen gesorgt. Institutionelle Minderheitsaktionäre und regulatorische Bedenken hatten die rund 300 Milliarden Dollar schwere Transaktion zu Fall gebracht.

Unabhängig davon liefert die US-Tochter operativ weiter ab: Das organische EBITDA-Wachstum lag im ersten Halbjahr bei 9,6 Prozent, begleitet von einem laut Konzernangaben branchenführenden ARPA-Wachstum und starken Kundengewinnen.

Finanzvorstand Christian Illek stellte zudem klar, dass die Deutsche Telekom 2026 keine Anteile in einem möglichen T-Mobile-US-Rückkaufprogramm verkaufen wird. Diese Aussage dürfte Anleger beruhigen, die nach dem Platzen der Fusionspläne über die künftige Kapitalstruktur des Konzerns spekuliert hatten – die Position an der US-Tochter bleibt demnach vorerst unangetastet.

Europa und Glasfaser liefern Wachstumsbeiträge

Auch außerhalb der USA zeigt sich der Konzern robust. Das Europa-Segment verzeichnete bereits das 34. Quartal in Folge mit organischem EBITDA-Wachstum, Service-Umsatz und EBITDA legten dort jeweils um 4 Prozent zu. In Deutschland gewann die Telekom im zweiten Quartal 161.000 neue Glasfaserkunden hinzu, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Zukunftsfeld Künstliche Intelligenz meldete der Konzern, dass die gemeinsam mit Nvidia betriebene Industrial-AI-Cloud in München mit 10.000 GPUs voll ausgelastet sei – ein Hinweis auf die Nachfrage nach entsprechenden Rechenkapazitäten in der deutschen Industrie.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt wenig euphorisch: Nach der Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms vor gut einer Woche legte das Papier binnen sieben Handelstagen um 1,3 Prozent zu.

Aktuell notiert die Aktie bei 28,57 Euro und damit rund 17 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus Ende Februar. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 28,54 Euro besteht praktisch kein Abstand mehr, was auf eine Stabilisierung nach den Kursverlusten der vergangenen Monate hindeutet.

Für Anleger bleibt festzuhalten: Die Zahlen bestätigen, dass das operative Fundament der Deutschen Telekom von der gescheiterten US-Fusion unberührt ist. Die erhöhte Cashflow-Prognose und das laufende Rückkaufprogramm von bis zu 5 Milliarden Euro für das laufende Jahr signalisieren, dass der Konzern seine Kapitalrückführung an Aktionäre auch ohne die milliardenschwere Transaktion fortsetzen kann.