Mehrere Analysehäuser senken ihre Kursziele für die Deutsche Telekom. Trotzdem bleiben alle bei ihrer Kaufempfehlung. Ein Widerspruch, der sich aus der US-Tochter T-Mobile erklärt.

Kurs verliert weiter an Boden

Die Aktie notiert aktuell bei 26,81 Euro und gibt um 0,45 Prozent nach. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 10,33 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro fehlen der Aktie noch rund 22 Prozent.

Analysten kappen Ziele, Rating bleibt

Die DZ Bank senkt ihren fairen Wert für die Aktie von 37 auf 35 Euro. Die Einstufung „Kaufen“ bleibt bestehen. Grund ist der Quartalsbericht von T-Mobile US. Das US-Geschäft lieferte solide Zahlen, hob aber nur die Cashflow-Prognose an. Der Markt reagierte darauf zunächst übertrieben negativ, so die Einschätzung der Bank.

JPMorgan zieht nach und senkt das Kursziel von 40 auf 38 Euro. Die Einstufung „Overweight“ bleibt unverändert. Analyst Akhil Dattani begründet den Schritt mit aktualisierten Schätzungen für T-Mobile US. Er kappt zugleich seine Erwartungen für Konzernumsatz und operatives Ergebnis der Deutschen Telekom.

Das Muster wiederholt sich bei mehreren Häusern: Die Kursziele sinken, das Vertrauen in die Aktie bleibt. Das durchschnittliche Kursziel der von finanzen.net erfassten Analysten liegt weiterhin bei 37,56 Euro. Das würde gegenüber dem aktuellen Niveau ein deutliches Aufwärtspotenzial bedeuten.

T-Mobile US bremst die Stimmung

Auslöser der Zurückhaltung ist das US-Geschäft. T-Mobile US gewann im zweiten Quartal 13 Prozent weniger neue Vertragskunden als im Vorjahr. Die Aktie von T-Mobile US fiel im vorbörslichen US-Handel um 4 Prozent.

Zugleich zeigt sich das Unternehmen beim Ausblick zuversichtlich. T-Mobile US hebt die Jahresprognose für den freien Barmittelfluss an. Die neue Spanne reicht von 18,4 bis 18,8 Milliarden Dollar, zuvor lag sie bei 18,1 bis 18,7 Milliarden.

Das US-Geschäft trägt einen erheblichen Teil zu Umsatz und operativem Ergebnis der Deutschen Telekom bei. Jede Verschiebung bei T-Mobile wirkt sich deshalb direkt auf die Bewertung der Konzernaktie aus. Charttechnisch zeigt sich das Bild derzeit neutral, ohne klare Richtung nach oben oder unten.

Q2-Zahlen als nächster Test

Am 6. August 2026 legt die Deutsche Telekom ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Bestätigt der Konzern dabei seine Jahresziele, könnte das die zuletzt gesenkten Kursziele relativieren. Bleiben positive Impulse aus dem US-Geschäft aus, dürften die Zweifel der Analysten weiter wiegen.